Cross Currents

Freitag, 17. Juni 2005
Cross Currents – Screening-Programm zur San Francisco Bay Area, kuratiert von Heike Liss und Nomi Talisman

Das Screening-Programm von Heike Liss bietet Einblick in die Video-Szene der San Francisco Bay Area (USA). Es gibt Videoarbeiten von folgenden Künstlern zu sehen von: Halflifers, Amy Hicks, Sarah Klein, Ellen Lake, Heike Liss, Brendan Lott, Kristin Lucas, Trish Stone, Nomi Talisman, Michael Trigilio, Isabel Reichert & Sean Fletcher, Anne Walsh.

Das Programm dauert ca. 1 Stunde und stellt Videokünstler der San Francisco Bay Area vor. Obgleich jedes Video seine eigene ästhetische Ausrichtung verfolgt, ist eine Verbindung zwischen den Arbeiten vorhanden: die allegorische Qualität des Geschichtenerzählens. Dabei wird der aristotelischen Definition von Handlung - eingeteilt in Anfang, Höhepunkt und Ende – ausgewichen, zugunsten einer nicht-linearen Erzählweise, welche dem Betrachter eine neue Seherfahrung verspricht.

Programm:

Fun House (3 von 5 Videos)
Sarah Klein, 1999
In “Fun House” führen die Haushaltsgegenstände ein überraschendes und ausgesprochen fröhliches Eigenleben.

Suspended Number II
Amy Hicks, 2004
Die Bay Bridge verbindet die beiden Städte Oakland und San Francisco. Für viele Bewohner der Bay Area ist diese Brücke Teil des täglichen Arbeitsweges.Amy Hicks lässt in ihrem Video die Fahrbahn verschwinden, so daß sich die Autos schwebend durch den Stop-and-Go Verkehr zu bewegen scheinen.

Untitled Book Series (3 von 11 videos)
Michael Trigilio, 2001-2005
Trigilio untersucht in seinen Videos auf humorvolle Weise so beliebte Gesellschaftsphänomene wie Popkultur, Narzissmus oder Beklemmungen. Jedes dieser Videos entstand in loser Ahnlehnung an ein Buch und stellt ein konzeptuell eigenständiges Packet an kulturellen, historischen oder persönlichen Informationen dar. Trigilio versteht diese Serie als Versuch eines Selbstportraits.

Afterlifers (Ausschnitt)
Halflifers, 2004
Die Halflifers exhumieren eines der Lieblingskinder des Kinos, nämlich den Zombie, in der Hoffnung dieser ach so mißverstandenden Figur neues Leben einzuhauchen…

Snowglobes
Trish Stone, 2004
Ein kurzes Video über die Schneekugelsammlung der Künstlerin.

Lower East Side Bike Drum Roll (Ausschnitt)
Kristin Lucas , 2004-05
Mit diesem Video zollt Lucas den Bewohnern der New Yorker Lower East Side Anerkennung und Ehre. "Durch ihren Aktivismus und ihre Kunst haben sie New York immer wieder bereichert. Ich habe eine Trommel an meiner Lenkstange befestigt und bin durch die Lower East Side geradelt. An jeder roten Ampel habe ich einen Trommelwirbel, und einen Beckenschlag gespielt”.

Monster Lip Sync
Anne Walsh , 2005
Das Video von Anne Walsh ist eine Art Umkehrung des Synchronaprechens und zeigt die Muttter der Künstlerin und deren beste Freundin beim Versuch, die Monster in einem Film zu spielen, dessen Soundtrack sie vorgespielt bekommen.

Silence (Ausschnitt)
Brendan Lott, 2004
"Silence” ist eine Neuinterpretation des Films “The Silence of The Lambs”. Lott hat sämtliche menschliche Geräusche wie Atmen, Sprechen, Schreien eliminiert und somit eine Erzählstruktur geschaffen, die bar jeglichen Inhaltes ist.

Proceedings
Sean Fletcher & Isabel Reichert, 2005
Das Künstler(ehe)paar Fletcher & Reichert debattiert das in der amerikanischen Presse veröffentlichte Beweismaterial zum Fall Scott Peterson. Der Angeklagte ermordetet seine schwangere Ehefrau, um seiner ausserehelichen Beziehung mit einer Masseurin ungestört nachgehen zu können. Das Video dokumentiert die Streitgespräche, die Fletcher & Reichert in ihrem Schlafzimmer, beim Frühstück oder auch beim Einkaufen führen.

Rubber Band Ball
Ellen Lake, 2002
Samir and Nabil Kishek sind Legende in San Francisco. In ihrem Lebensmittellgeschäft, dem “Pride Suprette”, arbeiteten die Brüder zwei Jahre lang am grössten Gummibandball der Welt.

Surface & Time #8 (Ausschnitt)
Heike Liss/Fred Frith, 2004-2005
Surface & Time ist eine Serie von Videos in denen Liss Bilder und Szenen des Alltags mit der Kamera festhält. In Zusammenarbeit mit Fred Frith entstehen Soundtracks, die diese gewohnten Bilder rekontextualisieren. #8 enstand auf der Durchreise auf einem Schweizer Bahnhof.

Everything I knew about America I learned from the movies (4 von 10 Videos)
Nomi Talisman, 2003
Die Videos zu “Everything I knew about America I learned from the Movies”
enstanden aus alten 16mm und 8mm Amateurfilmen. Das Filmmaterial wurde eingscannt, digital bearbeitet und mit einem Soundtrack versehen. Jedes der Videos bezieht sich auf eine bestimmte Filmsparte (Musical, Western, “Hitchcock”, etc.). “Everything I knew about America I learned from the Movies” untersucht sowohl die Beziehung zwischen Amateurfilm und Kino, als auch die Beziehung zwischen der Gesellschaft, die solche Filme produziert und ihrem Publikum.