Hören und Sehen

28. Mai - 11. Juni 2005
Hören und Sehen vergeht - Ausstellung von Gundula Schorr und Bernhard Kehrer. Die Ausstellung ist kuratiert von Vivien Moskaliuk und Florian Härle. Sie ist ein Nachwuchskuratorenprojekt von fluctuating images.

Hören und Sehen vergeht

Die Installation „Hören und Sehen vergeht“ des Künstlerpaars Gundula Schorr und Bernhard Kehrer (Berlin) besteht aus 2 Teilen, die das Phänomen Klang einerseits mit semantischer Bedeutung und andererseits mit dem Akt des Sehens konfrontieren. „JaJaNeinNein“ kontrastiert die Eindeutigkeit digitaler Kodierung mit der Vielschichtigkeit der im Sprechvorgang konnotierten Subtexte. „Das Auge hört den Regen“ untersucht die Verschränkung von akustischen und visuellen Prozessen in einer Choreografie für Augenbewegungen.

JaJaNeinNein - Komposition für Kopf-Hörer
JaJaNeinNein lotet die klangliche Qualität einer Bitfolge aus, die der binären Kodierung von JaJaNeinNein entspricht. 1 wird durch Sprecher als Ja interpretiert, 0 als Nein. Die Wortfolge wird einmal durch eine Männerstimme und einmal durch eine Frauenstimme gemäß einer Klangpartitur interpretiert, die das Klangmaterial nach musikalischen Parametern innerhalb der durch die Bitfolge vorgegebenen Form organisiert und den semantischen Gehalt auf seine emotionalen Möglichkeiten hin überprüft. Die Wiedergabe der beiden Sprachreihen geschieht parallel durch Kopfhörer, spielt mit den Möglichkeiten der Überlagerung und Mischung der Kanäle (rechts links) und untersucht so die Wahrnehmung der semantischen Ereignisse als Affirmation oder Auslöschung, Diskurs oder Stillstand. JaJa, JaNein, NeinNein, NeinJa.

Das Auge hört den Regen - Choreographie für 4 Monitore und 2 Augen
Die Arbeit spielt mit den Bewegungs- und Interaktionsmöglichkeiten von zwei bildfüllend aufgenommen Augen auf 4 Monitoren. Die Monitore fungieren als Bühne, die Augen als Darsteller. Das Ganze wird in zwei Videosäulen angeordnet, die jeweils aus zwei in die entgegengesetzte Richtung blickenden Monitoren besteht. Durch die Vorder- und Rückseite entsteht eine räumliche Situation, die eine Bewegung der Bildelemente nicht nur innerhalb der einzelnen Screens, sondern im Raum ermöglicht – innerhalb der durch die Screens gesetzten Grenzen. Die Choreographie arbeitet mit dem Bewegungsrepertoire des Auges wie Irisbewegung, Öffnen, Schließen, Lidschlag als Parameter der Kommunikation zwischen den beiden Augen.
Im Bereich Ton wird mit einem Übergang vom diffusen leisen Geräusch, vom weißen Rauschen, einem Regengeräusch, hin zur Formantenformung, also Vokalformung gearbeitet.

Die Ausstellung wird kuratiert von Vivien Moskaliuk und Florian Härle.Sie ist ein Nachwuchskuratorenprojekt von fluctuating images.

Die Ausstellung findet statt mit freundlicher Unterstützung von: LBBW, www.siegert.cc sowie visuarte.