GP im Ausland

Mittwoch, 22. Oktober 2014, 20.00 Uhr, Ausland, Berlin
Town Hall Meeting – General Public steht am Scheideweg und lädt deshalb zu einer informellen Gesprächsrunde
 
 
"Es begann damit, dass wir unseren Raum verloren haben. Bis dahin lief alles wie von selbst. Doch jetzt, ohne Raum, treffen wir uns oft und versuchen herauszufinden, wie wir weitermachen. Das Gefühl, dass die Frage plötzlich politisch geworden ist, lässt und seither nicht mehr los."

General Publics Anker liegt im Wesentlichen in den 1990er-Jahren, in denen die künstlerische Praxis der meisten Members Of General Public geprägt wurde. Selbstverantwortung und Selbstermächtigung bestimmten damals die Produktionsverhältnisse ebenso wie der Wunsch nach Interdisziplinarität, Interaktion und Teilhabe an gesellschaftlichen Bereichen außerhalb der Künste. Der in Berlin vorhandene "Freiraum" durch günstige Mieten, aber auch die historisch einzigartige Situation nach dem Zusammenbruch des Sozialismus - sowohl als Theorie wie auch Utopie -, begünstigten diese Entwicklung bis heute.

Natürlich waren nicht alle damals entstandenen und seither initiierten "Projekträume" und Spielstätten ursprünglich politisch gedacht, aber können sie sich angesichts der aktuellen Situation in der Stadt (steigende Mietpreise, Raumknappheit, Verdrängung aus den Innenstadtbereichen, Image als Kunstmetropole etc.) noch einer Politisierung und nicht zuletzt einer politischen Positionierung entziehen?

Es stellt sich die Frage nach der Bedeutung selbstorganisierter Räume heute. Und welche Rolle spielt dabei ihre Verortung im Stadtraum?

Wir werden einer Rückschau auf die Arbeit in den letzten neun Jahren nicht entkommen, dies aber nicht um in Nostalgie zu schwelgen. Es geht um nichts weniger als um die Befragung der eigenen Position und Rolle und darum, wie sich ein Weitermachen inhaltlich und räumlich-strategisch denken lässt. Soll General Public einen neuen Ort finden? Ein Ladenlokal oder ein Büro? In der Stadtmitte oder an der Peripherie?

Ihr Kommen zugesagt haben:

Ute Müller-Tischler, Fachbereich Kunst und Kultur, Bezirksamt Mitte
Dennis Daniel, Vierte Welt Kollaborationen
Fred Dewey, Former Director of Beyond Baroque Literary / Arts Centre, Los Angeles
Die Opfer der Agenda 2010
Johannes Paul Raether, Basso
Matthew Burbidge, Essays and Observations

In Erwartung auf eine angeregte Diskussion mit Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen,

The Members Of General Public –
Cristina Gómez Barrio, Oliver Baurhenn, Ursula Böckler, Jeremiah Day, Georg Graw, Heimo Lattner, Cornelia Lund, Holger Lund, Marie-José Ourtilane, Wolfgang Mayer, Jahn Rohlfs, Michael Schultze, Remco Schuurbiers
 

Veranstaltungsort:
Ausland, Lychener Straße 60, 10437 Berlin
Sprachen: Deutsch/Englisch

www.ausland-berlin.de/general-public-town-hall-meeting