Programm 2007 - Archiv 2007

02.-16. Dezember „Newsletter: Tableau Hôtels dans la guerre – Hotels in Kriegszeiten“ – Ausstellung mit Flashfilm-Montagen von Paola Yacoub und Michel Lasserre

Eröffnung: Sonntag, 02. Dezember, 20.00 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag 18.00h-20.00 Uhr, Samstag 16.00-18.00 Uhr, Sonntag 16.00h-18.00 Uhr

Bilder und Texte von Paola Yacoub und Michel Lasserre waren bereits 2004 bei der Eröffnungsausstellung von fluctuating images zu sehen sowie im Rahmen der international in einem Verbund von Kunstinstitutionen ausgestrahlten O.V.-Flash-Wochenschauen im Herbst 2005. Paola Yacoub und Michel Lasserre beschäftigen sich vor allem mit den Verschiebungen in der Wahrnehmung von Orten, die aus aktuellen Ereignissen resultieren.

Beide arbeiten weiterhin an einer neuen Definition von Bildern als singulären Ereignissen, ausgehend von der Arbeit am Verhältnis von Bild und Text, sowie am Status der Bilder zwischen Dokument und Kunst. Bestimmte Bilder stechen aus der Flut von Informationen heraus und bleiben dabei ohne gezielten, fassbaren Adressaten. Diese eigenartigen Bilder fassen Paola Yacoub und Michel Lasserre in einer Fallsammlung zusammen und reflektieren so die heutige Welt mit Hilfe von Fotografien und Flashfilm-Montagen. Das Newsletter-Projekt ist eine Zusammenfassung ihrer Fallsammlungen, in denen die Realität mit ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen ins Verhältnis gesetzt wird zu Abbildern der heutigen Welt.

Zum Newsletter-Projekt

„Newsletter of affinities“ ist ein editorisches Projekt, das in verschiedene „Fälle“ gegliedert ist. Das Projekt wird, wie auch schon „O.V.“, international mit einem Verbund von Kunstinstitutionen durchgeführt.
Partner für Präsentationen und Ausstellungen sind unter anderem:
Projektpräsentation: ROM, in Zusammenarbeit mit dem OCA International Studio Program, Oslo, 2005; C/O Berlin - The Cultural Forum for Photography, 2006
Ausstellungen: Biennale Gwangju, Südkorea, 2006; BildMuseet Umea Universitet, Umea, Schweden, 2007; Centre pour l’image contemporaine Saint-Gervais, Genf, 2007
Bilder zum Kempinski Bristol Hotel, Berlin werden noch bis zum 15. Dezember 2007 bei MARS, Berlin gezeigt (www.marsinberlin.com).

Der Fall
Hôtels dans la guerre – Hotels in Kriegszeiten

Hotellobbys werden oft Zeugen von Ereignissen, Verhandlungen, Entführungen, die sie verändern und ihr Bild und ihren Namen in die Geschichte eingehen lassen. Die Hotels kollidieren gewissermaßen mit einem zufälligen Ereignis. Es steht in keiner genuinen Verbindung zum Hotel. Das Hotel verändert sich lediglich in der Wahrnehmung.
Solche Gebäude können in der Folge als Hotels betrachtet werden oder auch als plötzliche Denkmäler. Diese zusätzliche Erscheinungsform stellt die Vorstellung, die wir uns von Hotels machen, in Frage.
Hotels in Kriegszeiten ist Teil des größer angelegten Projekts Newsletter of affinites. Dieses Projekt untersucht aus einer skeptischen Perspektive die Existenzformen von Bildern angesichts einer ins Wanken geratenen Interpretationssicherheit. Gezeigt werden Bilder zum Kempinski Bristol Hotel in Berlin und zum Quartier des hôtels (Hotelviertel) in Beirut.

Das Kempinski Bristol Hotel in Berlin hat mehrfach die politischen Machthaber des Kalten Krieges beherbergt. Von Fidel Castro, Konrad Adenauer, J.F. Kennedy, Ludwig Erhard, Willy Brandt, Walter Scheel, Henry Kissinger bis zu Ronald Reagan und Michail Gorbatschow. Seit dieser Zeit kann das Kempinski Bristol Hotel entweder als normales Luxushotel betrachtet werden, oder aber als ein emblematisches Hotel des Kalten Krieges in Berlin.

Zum Quartier des hôtels (Hotelviertel) in Beirut gehört unter anderem das Holiday Inn, das Phoenicia Hotel und das Saint-Georges Hotel. In diesem Viertel hat sich eine Reihe von Ereignissen während des langen Kriegszustands im Libanon ereignet: 1975 war das Holiday Inn Schauplatz der ersten großen Kämpfe, 2005 wurde der libanesische Premierminister Rafik Hariri vor dem Saint-Georges Hotel ermordet. Aber die Reihe setzt sich fort. Kürzlich haben sich Abgeordnete aus Angst vor Attentaten im Hotel Phoenicia versteckt, während sie auf die Abstimmung zur Wahl des Präsidenten gewartet haben.

Mit freundlicher Unterstützung des Medienteams der Landeshauptstadt Stuttgart

 

09.12. Plattform für freie Musik, 20.00 Uhr

Die Reihe, veranstaltet und kuratiert von Oliver Prechtl und Anja Füsti bietet improvisierenden Musikern die Möglichkeit, vor einem interessierten Publikum aufzutreten. Musikalisch verortet wird sie zwischen Jazz, Elektronik und Neuer Musik: Laptop trifft auf Tischtennisball, Kaosspad auf Melodika, Plattenspieler auf Vibraphon.

Information: der011n@prechtlsound.de

 

25. November, 19.00 Uhr, Junk Jet - Release Event of Junk Jet. Fanzine for Electronics and Aesthetics

igmade.edition/Institut Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen/Universität Stuttgart
Audio-Visual Performances of Serhat Köksal 2/5 BZ (Istanbul) und Peter Plessas (Graz): Remake exotic works of 2/5 BZ meets the gentle glitch of Plessas. Boxing beats by Moritz von Pein (Stuttgart)

JUNK JET BIO:
Das Junk Jet Magazin ist ein unabhängiges kollaboratives Format für subversiv piratische Arbeiten zu Elektronik und Ästhetik. Es ist sowohl eine online Veröffentlichung, die alle multimedialen Möglichkeiten ausnutzt, als auch ein extravagantes lo-fi Magazin mit besonderen Zugaben.

Junk Jet hat ein offene Plattform etabliert für die Arbeiten von Künstlern, Musikern, Architekten und Theoretikern, die abweichen von programmkonformem Umgang, die auffallen, weil sie (elektronische) Medien um- und übernutzen, vielleicht sogar kaputtnutzen oder gerade nicht nutzen. Sie bringt vom Radio- bis zum Computer neue Arbeiten zusammen, die, für ästhetische Zwecke, Exprimente und Instinkte, technologische Systeme unterlaufen, belagern oder gar zerstören. Das methodische Interesse
gilt der Hartnäckigkeit von Anwendern, die Hand oder Konzepte anlegen an elektronische Apparate, um ihnen Eigenes und Unvorhersehbares abzuringen, um ästhetische Systeme zu erzeugen, die überdrehen, destabilisieren und sogar kollabieren. Indem sie die elektronischen Apparate, die von der Industrie als Blackboxes gebaut wurden, herausfordern und ‚aufbrechen’, werden sie zu medialen Don Qichottes, die sich jenseits des Massenmarktes für ihre eigenen Projekte engagieren. Sie tunneln den Mainstream, indem sie nicht nur die Grenzen des Gebrauchs erweitern, weil sie Geräte anders als vorgesehen benutzen, sie unterlaufen zudem die technischen Dispositive, ihre determinierten Funktionen und Ästhetiken, um sich eigene konzeptionelle und ästhetische Systeme zu entwickeln.

Mit Beiträgen von Claus Pias, Gerd de Bruyn, Olia Lialina, Kim Cascone, Martin Woodtli, Farmers Manual, Jan Jelinek, girl.tv, dieb13, Holger Lund u.a.

http://junkjet.net

www.uni-stuttgart.de/igma

 

15. November, 20.00 Uhr, MuVi-Raum: Reflexionen des filmischen Raums im Videoclip - Henry Keazor und Thorsten Wübbena (Universität Frankfurt) zu Gast bei fluctuating images

Henry Keazor
Zunächst innerhalb von Forschungen zur Kunst der Frühen Neuzeit tätig (Barockmalerei in Frankreich und Italien), interessierte Henry Keazor sich schon früh für die Beziehungen zwischen Kunst, Kino und Cartoonserien wie z.B. „The Simpsons“. Nach dem Studium von Kunstgeschichte, Germanistik und Musikwissenschaft an den Universitäten in Heidelberg und Paris sowie Forschungs- und Arbeitsaufenthalten in Rom und Florenz, ging er diesen Interessen verstärkt an der Universität Frankfurt nach, wo er gemeinsam mit Thorsten Wübbena Lehrveranstaltungen zum Musikvideo durchführte und 2005 das Buch „Video thrills the Radio Star - Musikvideos: Geschichte, Themen, Analysen“ veröffentlichte (siehe die dazu geschaltete Website unter http://www.vttrs.de/). Nachdem er 2005/2006 Gastprofessor am Institut für Kunstgeschichte der Universität Mainz war, befasst er sich seit 2006 als Heisenberg-Stipendiat der DFG mit der Rezeption der Medien in der Architektur und untersucht hierbei insbesondere die Bauten und Projekte Jean Nouvels.

Thorsten Wübbena
Thorsten Wübbena hat Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Bremen studiert, wo er seine Studien 1999 mit einer Arbeit über die Architektur der 1920er Jahre abgeschlossen hat, in der sich insbesondere mit Volks- und Gewerkschaftshäusern befasste. Im Anschluss arbeitete er am Zentrum für
Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, ehe er 2000 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Kunstgeschichtliche Institut der Universität Frankfurt kam, wo er das neue Bilddatendanksystem DILPS („Distributed Image Library Processing“) mitentwickelte (siehe http://www.dilps.net/). Ab 2003 veranstaltete er gemeinsam mit Henry Keazor Lehrveranstaltungen zu Musikvideoclips und veröffentlichte 2005 das Buch „Video thrills the Radio Star - Musikvideos: Geschichte, Themen, Analysen“ (siehe die dazu geschaltete Website unter http://www.vttrs.de/).

Mit freundlicher Unterstützung des Medienteams der Landeshauptstadt Stuttgart.

 

16.-18. November fluctuating images zu Gast bei interfiction, Kassel

Samstag, 17.11.07, 11.00-19.00 Uhr - Seminar / Workshop mit Kurzvorträgen, Präsentationen und Diskussionen.

Block I: 11.00-13.30 Uhr
Es war einmal (wäre aber vielleicht nicht gewesen): PATCH_WORKs der Kunst
Wer hält sie auf – die mediale Flucht der Bilder? – Deutschland Dada (Helmut Herbst)
Vom Verschwinden des Originals (Holger Lund)
Opera Calling (et al.): !Mediengruppe Bitnik (Carmen Weisskopf & Domagoj Smoljo)

Block II: 14.15-16.45 Uhr
PATCH_WORKs in & mit den Künsten: Praxis-Perspektiven
Kuratieren / Visual Music & Musikvideo: fluctuating images (Cornelia Lund)
Vom Umgang mit Fremdmaterial: Video und/aus Film: (Myriam Thyes)
Netzmusik, Netzlabel / Musikmachen & DJing: interdisco (Raffel Dörig)

Block III: 17.00-18.45 Uhr
Ausstellung MONITORING
Kunst & Politik I: Gugus Dada / Kunst & Politik II: Picidae (mit Künstler/Kuratorengesprächen, angefragt)

www.interfiction.org

 

18. November, 20.00 Uhr, Raffael Dörig (Kurator, plug in, Basel) zu Gast bei fluctuating images im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“. Diese Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Visual Music“ (2007-2008) von fluctuating images und wird gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg.
Der Abend ist die dritte Veranstaltung innerhalb der Veranstaltungsreihe zu verschiedenen künstlerischen und institutionellen Aspekten des Themas Visual Music. Dabei werden WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und KuratorInnen eingeladen, die aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlicher Weise mit Visual Music umgehen.

[plug.in] in Basel, gegründet im Jahr 2000, ist die einzige Institution der Schweiz, die sich mit einem Ganzjahresprogramm ausschliesslich Medienkunst und digitaler Kultur widmet. Raffael Dörig, Kurator bei [plug.in], stellt den Raum und das Programm vor. Ausserdem zeigt er ein Programm mit Schweizer Videos, das er zum fluctuating images-Schwerpunkt "Visual Music" zusammengestellt hat.

[plug.in] ist ein Raum für zeitgenössische Kunst, die mit elektronischen Medien arbeitet. Medientechnologie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags geworden. [plug.in] ermöglicht die Beschäftigung mit den gesellschaftlichen und künstlerischen Fragen, die sich mit dieser Durchdringung des Lebens durch Medientechnologie stellen. [plug.in] bildet als Pionier-Institution dieser Art in der Schweiz seit 2000 das Schweizer Kompetenzzentrum für Medienkunst und digitale Kultur. Das interaktive, diskursive und edukative Angebot von [plug.in] hat hohe Qualität und lokale, nationale und internationale Ausstrahlung.

[plug.in] steht für das analoge Einstecken in den Stromkreislauf und für jene digitalen Programmerweiterungen, die es ermöglichen, mit einer anderen Software zu interagieren. Unser Name bezeichnet unser Vorhaben: Das Teilhaben an dynamischen und interaktiven Prozessen zu stimulieren und die auf der gesellschaftlichen Festplatte gespeicherten künstlerischen Diskurse um neue zu erweitern.
[plug.in] umfasst Ausstellungen in den Bereichen Internet- und Softwarekunst, interaktive Installationen, Sound Art etc.; Veranstaltungen zu Medienkunst und digitaler Kultur; eine Mediathek mit Büchern und DVDs sowie einen Shop mit Künstlereditionen und elektronischen Gadgets.

Raffael Dörig ist alsKurator seit Januar 2005 im Team von [plug.in]. Er studierte Kunstgeschichte, Medienwissenschaft und Germanistik an der Universität Basel und ist ausserdem Mitbetreiber des Netzlabels interdisco sowie Elektronikmusiker.

Weitere Informationen: www.iplugin.org

Mit freundlicher Unterstützung

 

26. Oktober - 11.November „music onscreen - media flow. videoventure on electronic music. pt. V“ – Ausstellung mit einem Screening-Programm

Eröffnung: Freitag, 26. Oktober, 20.00 Uhr, Eintritt frei

Öffnungszeiten: Donnerstag 18.00h-20.00 Uhr, Samstag 16.00-18.00 Uhr, Sonntag 16.00h-18.00 Uhr, Eintritt frei

Alexandar Nesic, "The Drummer"

Isabell Spengler und Daniel Adams, "Lantouy"

Ola Simonsson & Johannes Stjärne Nilsson , "Music for one appartment and six drummers"

Thilo Kraft, "und"

Max Philipp Schmid, "Duett"

Kamil Goerlich, "Natchnienie"

Die audiovisuell orientierte Ausstellungsreihe „media flow. videoventure on electronic music“ der unkommerziellen Medienkunstgalerie fluctuating images in Stuttgart gilt seit zwei Jahren dem Phänomen der visual music, einer zeitgenössischen Praxis der visuellen Musik. Die Reihe wird kuratiert von Cornelia Lund und Holger Lund.

Beim fünften Teil der Screening-Ausstellungsreihe geht es vor allem um mit filmischen Mitteln (Schnitt, Montage etc.) hergestellte Musik, bei welcher der Herstellungsprozess, also etwa Instrumentspiel, zu sehen ist, das musikalische Resultat sich jedoch vor allem dem Einsatz spezifischer filmischer Mittel verdankt.

Media flow. part I ging der Frage nach, was passiert, wenn Personen mit ganz unterschiedlichem beruflichem Hintergrund (Architekten, Künstler, Mediendesigner) Musik visualisieren. Media flow. part II war möglichst intensiven audiovisuellen Verbindungen gewidmet, wie sie etwa audiovisuelle Teams oder audiovisuell arbeitende Einzelpersonen erstellen. Media flow part. III ging dem Verhältnis von filmischem Bild, Tanz und elektronischer Musik nach. Media flow part. IV ist der Perspektive der Musiker gewidmet, diese wurden nach aus ihrer Sicht besonders gelungenen Musikvisualisierungen befragt (zu media flow. part I, II, III und IV vgl. auch www.fluctuating-images.de).

Die Ausstellungsreihe verlief bislang sehr erfolgreich: das zeigen Einladungen etwa nach Paris, London, Genf und San Francisco, wo die Screening-Programme präsentiert worden sind.

Der fünfte Teil der media flow-Ausstellungsreihe, „music onscreen“, widmet sich Musikvisualisierungen mit onscreen-Musik und Einarbeitung geschnittenen Klanges. „Onscreen“ meint dabei, dass eine kausale Zuordnung der ertönenden Klänge zum visuellen Geschehen möglich ist. Der einfachste Fall ist sichtbares Instrumentspiel. Hierbei kann die Klangerzeugung vom Betrachter visuell an das Geschehen beim Instrumentspiel gebunden werden.
Darauf basierte über Jahre hinweg eine Hauptgattung der Musikvideos, das sogenannte „Performance-Video“, bei dem die Musiker im Video ihre Instrumente bedienen.
Oft genug ist das allerdings nur ein fake gewesen – da wird beim Singen gänzlich auf Mikrofone verzichtet, und woher sollen die Bandmitglieder auf der Wiese oder im Meer ihren Strom beziehen, falls überhaupt ein Kabel in der E-Gitarre steckt. Und woher soll der Klang erschallen, wenn weit und breit nur dürftige bekleidete Bunnies hüpfen, jedoch keine Verstärker oder Kabel zu sehen sind? Diese Widersinnigkeiten nahmen die Musikvideoregisseure gerne in Kauf zugunsten einer mobileren und visuell ergiebigeren Performance. Dass sie überhaupt noch Gesang und Instrumentspiel zeigen, hängt an den letzten Resten von Wahrnehmungskausalität als Konvention des Musikvideos – diese soll nicht zu weit gebrochen werden. Daher das simulierte Singen und Spielen.
Immer wieder nun haben Musikgruppen diese Simulationen ihrerseits selbst ironisch gebrochen, und ihre Performance, die anfangs in einem Video noch der Wahrnehmungskausalität gefolgt sein mag, im Laufe des Videos von derselben abgekoppelt. Dann ist die Musik offscreen und es findet ein nicht mit ihr verbundenes Geschehen statt.
Mit den Möglichkeiten digitaler visual music wird Musik meist offscreen visualisiert, also mit Bildern kombiniert, die mit der Herstellung dieser Musik selbst nichts zu tun haben. Jedoch macht sich seit einiger Zeit eine Umkehrung bemerkbar, indem im Rahmen von visual music onscreen Musik zu sehen ist, allerdings nicht wie bei den früheren Musikvideos als gefakte Performance, sondern eingehend bearbeitet mit postproduktiven Verfahren wie Schnitt und Montage. Das heißt, die Musik ist zwar sehr wohl onscreen vorhanden, entsteht vorrangig jedoch nicht mehr durch Instrumentspiel, sondern durch filmische Techniken, wie eben Schnitt und Montage. Das Instrumentspiel, geschnitten, geloopt und verfremdet, ist dabei nur noch Ausgangsmaterial für die filmische Musikerzeugung. „music onscreen“ kann dabei dann auch als vor allem filmische erzeugte Musik verstanden werden.

Gezeigt werden Videoarbeiten u.a. von Isabell Spengler und Daniel Adams (Berlin), Ola Simonsson & Johannes Stjärne Nilsson (Stockholm), Max Philipp Schmid (Basel), Thilo Kraft (Frankfurt), Aleksandar Nesic (Stuttgart), Kamil Goehrlich (Stuttgart), Robert Heel (Berlin), Benjamin B. Kinsley (Pittsburgh).

Dank für kuratorischen Rat an Gabriel Shalom (Karlsruhe).

Mit freundlicher Unterstützung der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, der Hypo-Kulturstiftung München und des Kulturamts der Landeshauptstadt Stuttgart

 

27. Oktober fluctuating images zu Gast beim shift festival, Basel. Präsentation

Audio/Visionen? Hybride Formen von Musik und Bewegtbild heute
Samstag, 27. Oktober 2007, 17.30–19.00 Uhr, Grosser Saal
Die Synthese von Bild und Ton ist ein lang gehegter Traum. Bekanntlich erfüllen heute leistungsstarke Computer als sogenannte universelle Produktionsmaschinen die Voraussetzungen zur Erfüllung dieses Traums auf der Grundlage eines einheitlichen Codes. Damit eröffnen sich im Zusammenspiel zwischen den akustischen und visuellen Künsten neue Möglichkeiten. Wie steht es aber heute wirklich um die Partnerschaft von Klang und bewegtem Bild? Welche Tendenzen zeichnen sich ab – auch vor dem Hintergrund einer audiovisuellen Kommerzialisierung? Diese Fragen werden im Gespräch reflektiert, aber auch während des Festivals live erprobt.
Am Panel beteiligt sind Dr. Cornelia und Dr. Holger Lund, fluctuating images Stuttgart; Dr. habil. Beate Ochsner, Universität Mannheim; Mikomikona (Birgit Schneider, Andreas Eberlein), Musiker/Künstler, Berlin; Moderation: Michael Harenberg, Leiter des Studiengangs Musik und Medienkunst HDK Bern.

www.shiftfestival.ch

 

10. November, 20.00 Uhr, Radiophone Kunst - Dinahbird, Jopo Stereo & Mono Monsieur (Paris) sowie Alessandro Oertwig und Michael Jotter (Stuttgart) zu Gast bei fluctuating images. In Kooperation mit der Plattform für freie Musik e.V., den Instituts Français Stuttgart und dem Freien Radio für Stuttgart

Dinahbird (Tonkünstlerin und Radioproduzentin, Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris) und Jean-Philippe Renoult aka Jopostereo und Mono Monsieur (Komponist, Moderator, freier Kurator Centre Georges Pompidou) sind auch 2007 wiederum zu Gast. Beide gehören zu den Mitgründern von Project 101 in Paris.
Das Konzept von project 101 basiert auf internationalem Austausch: 2005 und 2006 war fluctuating images bereits mit einer Präsentation der audiovisuellen Screening-Programme „media flow“ zu Gast bei project 101, 2006 folgte der erste Gegenbesuch, dem sich nun ein zweiter anschließt.

Dinah Nuttall (Dinahbird) ist Radiokünstlerin und Feature-Journalistin. Sie lebt in Paris und London.
Dinahbird erstellt Radioprogramme, Audiopublikationen, Audioinstallationen und Soundtracks. Ihre Soundcollagen auf narrativer Basis sind ein poetischer Fluss aus Geschichtenerzählen, Anekdoten, Musik und Field Recordings. Zu ihren letzten Auftragsarbeiten gehören für BBCCR4 „The Music Machine“, ein Beitrag über die Ondioline, eine der ersten elektronischen Synthesizer, ferner eine Sound/Video-Arbeit, welche die Entwicklung und das Wachstum eines New Yorker Stadtgartens während seines ersten Jahres dokumentiert, sowie „Sounds of the Brewery“, eine in-situ-Installation für Cork im Rahmen der Kulturhauptstadt 2005.
Ihre Arbeiten wurden präsentiert und gespielt in BBCR4, France Culture Atelier de Création Radiophonique, Resonance FM und Kunst Radio. Gegenwärtig ist sie beschäftigt am Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris. Dort entwickelt sie Sound-Workshops in Relation zur ständigen Sammlung sowie zu Sonderausstellungen.

Jean-Phillipe Renoult ist Autor, Radioproduzent und Soundkünstler. Er lebt in Paris.
Renoult hat als Radioproduzent für mehr als 15 Jahre für France Culture gearbeitet. Seine Kompositionen vermengen elektronische Musik mit Field Recordings, Stimmen und Geräuschen unterschiedlicher Herkunft. Viele seiner Arbeiten sind stark beeinflusst von den frühen Avantgarden, ihren Collage und Cut-Up-Techniken, sowie den DJs der 80er-Jahre bis heute. Zu seinen letzten Arbeiten zählen „Pourtant Tout Simple“, ein elektroakustisches Stück beauftragt von GRM (Groupe de Recherches Musicales) zum 10. Todestag von Pierre Schaeffer (2005), und „I could never make that Music Again“, ein Hörstück, das sich mit dem Markt elektronischer Musik befasst, beauftragt vom Radiodays festival (De Appel gallery, Amsterdam) und 2007 erschienen als CD auf sub rosa.
Renoult kuratiert ferner die Reihe „Voir et Entendre“ im Centre Pompidou Paris, entwickelte „Sound Drop“, eine fortlaufende Serie von Audiospaziergängen in Europa. Als Autor veröffentlichte der ein Standardwerk zur Techno-Musik, Global Tekno: voyages initiatiques au cœur des musiques électroniques (1999). Zur Zeit arbeitet Renoult an der Etalblierung eines Internetradios, radio mentale.
www.project-101.com und www.jeanphilipperenoult.com

Jotters Schallwandlungen werden von Oetwig absorbiert, am linearen Verlauf gehindert und in Schwallen und Scheiben bzw. Stückchen wieder verströmt oder besser verstromt, also amplifiziert, und wieder absorbiert, zu guter Letzt aber wieder verbreitet. Gelegentlich aber auch verbreitert. In Jotter erregen die Oszillationen Oertwigs Verzückungen die als impulsive Zuckungen in den Fingern zu immer neuen Geräuschzuständen aus mit kleinen Klaviaturen versehenen, Mikrochip gesteuerten Generatoren führen. (Achtung auch Drehregler sind mit von der Party.) Diese Tonexpression wird wiederum von Oertwig eingesaugt und in elektrische Verwirrung gebracht, was zu einer Fülle akusmatischer Erscheinungen ausufert.
Beide Protagonisten dieses Vorgehens, Jotter und Oertwig, reichern die Luft mit Inhalten aus Magnettonträgern an und entzerrten spiralförmigen Rillenschallsignalen an und biegen den Ton förmlich mit den Händen. Wichtig beim Anschwellen der Wellen ist die Befreiung von der Wellenangst oder meinen wir die Schwellenangst? Nein, die Wellenangst. Diese Befreiung führt zu neuen, ungeahnten Wellenformen wie die Nockenwellenform, Bugwellenform und die Dauerwellenform.

Mit freundlicher Unterstützung des Medienteams der Landeshauptstadt Stuttgart.

 

13. Oktober, 20.00 Uhr, Daphne Dornbierer  (Mitgründerin VJ Mapping Festival Genf) und Yves Schmid (Mitentwickler der Video-Software modul8, Genf) zu Gast bei fluctuating images im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“. Diese Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Visual Music“ (2007-2008) von fluctuating images und wird gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg.
Der Abend ist die zweite Veranstaltung innerhalb der Veranstaltungsreihe zu verschiedenen künstlerischen und institutionellen Aspekten des Themas Visual Music. Dabei werden WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und KuratorInnen eingeladen, die aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlicher Weise mit Visual Music umgehen.

Daphne Dornbierer
Während ihrer Studien an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich und an der Haute Ecole d'Arts Appliqués à Genève sowie an der Ecole Supérieure des Beaux Arts de Genève entwickelte Daphne Dornbierer ihre Schwerpunkte: Medienkritik, Medienkuration, Cybermedia. Sie realisierte dabei Installationen sowie Kompositionen mit elektronischer Musik, war Mitgründerin des Online-Radios Ratio.fm und war 2005 und 2006 Kuratorin für das bedeutendste Schweizer VJ-Festival, das VJ Mapping in Genf. Ihre Programme im Spoutnik-Kino beschäftigten sich dabei mit der Geschichte und der Kritik der Musikvisualisierung sowie der Präsentation und Diskussion aktueller technischer Entwicklungen.

Yves Schmid
An der Université de Lausanne begann Yves Schmid bereits während seines Informatikstudiums Anfang der 90er-Jahre Software zu entwickeln mit spezieller Ausrichtung auf Interface-Design. So entwickelte er etwa Videospiele für Amiga (AliaMap et AliaAnim). 1995 gründete er ein Label für Videospiele, Playground. Ein Jahr später schuf er eine Software für 3D-Animation, Open Media Toolkit, die rasch internationale Beliebtheit gewann und ihm Beraterfunktionen bei Spieleherstellern wie Disney (Montreal), HumanCode (Austin) und Scitex (Tel Aviv) eintrugen.
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts beschäftigte sich Yves Schmid immer stärker mit Real Time Processing, also der Echtzeitgenerierung und -steuerung von digitaler Information.
Mit dem Label GarageCUBE und seinen zahlreichen Open Source-Anwendungen kam dann der große Durchbruch. Zusammen mit Boris Edelstein schuf er 2002 eine der weltweit meist genutzten Real Time Softwares für Videoperformances und VJing, Modul8. Diese Software setzte neue Maßstäbe für den Umgang von Videobild live zu Musik.
Neben seiner Entwicklungstätigkeit rückte die Lehrtätigkeit immer mehr in den Vordergrund. Schmid unterrichtete an der Ecole des Beaux-Arts de Genève zur Ästhetik und Geschichte der Videospiele sowie zur Open Source-Bewegung.

Mit freundlicher Unterstützung

 

08.-22. Juli „cover – music to graphics“ – Ausstellung mit Plattencovern und Hörstation

Eröffnung: Sonntag, 08. Juli, 20.00 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag 18.00h-20.00h, Samstag 16.00-18.00h, Sonntag 16.00h-18.00h

Kuratoren: Cornelia Lund und Holger Lund, in Kooperation mit Pulver Records, Gastkurator: David Dufour

Dass Schallplatten in quadratischen Hüllen stecken, ist bekannt. Die Anforderung, Cover von Schallplatten einerseits auf die Musik abzustimmen, sie andererseits aus dem Umfeld der anderen Cover im Laden hervorzuheben, hat Cover zu einer gestalterischen Königsdisziplin werden lassen. Künstler wie Andy Warhol mit seinem berühmten Bananencover für Velvet Underground haben zur Wertschätzung von Covern beigetragen. Aber auch Josef Albers und viele weitere KünstlerInnen haben anspruchsvolle Covergestaltungen geliefert.

Die Ausstellung „cover – music to graphics“ möchte das Thema der Covergestaltung aus zwei Perspektiven angehen. In einem eher historisch orientierten Teil soll erstmals das Quadrat im Quadrat thematisiert werden: jene Cover also, bei deren Gestaltung Quadrate eine Schlüsselfunktion in der Ästhetik und der Musikvisualisierung übernehmen. Denn nicht wenige Covergestalter reagierten auf die Formatvorlage und stellten das Quadrat in den Mittelpunkt ihrer Covergestaltung.

Auch heute spielt bei bestimmten Musikrichtungen die Gestaltung von Plattencovern nach wie vor eine große Rolle, weil das ältere Medium aus klanglichen Gründen der CD oder dem MP3-Format vorgezogen wird. Vor allem bei DJ-Musik (Electro) und dem Hip-Hop dominiert weiterhin die Schallplatte. Als Beispiel für eine gelungene zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Covergestaltung sollen die sehr aufwendigen Cover-Produktionen des international tätigen Stuttgarter Plattenlabels Pulver Records (www.pulver-rec.com) präsentiert werden. Mit dieser Zusammenarbeit zeigen Pulver Records und fluctuating images auch erstmals eine sozusagen hausinterne Schau – beide bewohnen das gleiche Gebäude in der Jakobstr. 3.

Neben den Cover-Gestaltungen von Pulver Records steht fluctuating images mit der Schallplatten-Sammlung von David Dufour eine reichhaltige und vom Sammler gut kommentierte Coverauswahl für den historischen Teil der Ausstellung zur Verfügung.
Eine erste Sichtung erbrachte bereits ungefähr 150 visuell spannende Objekte, aus diesen wird eine Auswahl für die Ausstellung getroffen.
Die Ausstellung ist audiovisuell angelegt, insofern über eine Turntable-Station auch die Musik zu den entsprechenden Covern gehört werden kann.

weitere Informationen: www.pulver-rec.com

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Landeshauptstadt Stuttgart

 

15. Juli Plattform für freie Musik

Die Reihe, veranstaltet und kuratiert von Oliver Prechtl und Anja Füsti, bietet improvisierenden Musikern die Möglichkeit, vor einem interessierten Publikum aufzutreten. Musikalisch verortet wird sie zwischen Jazz, Elektronik und Neuer Musik: Laptop trifft auf Tischtennisball, Kaosspad auf Melodika, Plattenspieler auf Vibraphon.

Visuelle Begleitung: Eva Schmeckenbecher

Information: www.prechtlsound.de

 

19. Juli Bay Area Dance Music Videos, Screening-Abend kuratiert von Heike Liss und Nomi Talisman (San Francisco) - in englischer Sprache, Beginn: 20.00 Uhr

This video screening introduces works by San Francisco/Bay Area artists investigating the relationship of image and sound.

Videos by:

Glock & Shpiel (Dreamboat Where Are You?): Another Day, Another Madcap Adventure, 2006, 3:33 min
Punk Pop duo want to learn how to fly….

Claudia Esslinger, Breathing Lessons, 2006, 10:00 min
Breathing Lessons poetically traces a longing for oxygen through one family's history. It uses narration, symbolic movement, visceral props and rhythmic music to evoke a mood of memory and loss.

Wenhua Shi, Crimson Haze, 2005, 6:00 min
Crimson Haze is a meditation upon the color, decay and rhythm, which presents as the disorderly order. It also impacts the tone and tint style from the Silent era of film history. This short Experimental film recalls narrative and structure of D.W. Griffith's Intolerance.

Lindsay Benedict, Band o' Butchers, 2006, 3:00 min
This piece is about the brotherhood that takes place in a regular day's work. Hand-splicced 16mm film shot in an area of Brooklyn that will soon be a manicured promenade.

Les Stuck, bars + tone, 2006, 5:46
SMPTE Color bars and a 1kHz test tone morph continuously into the image and sound of a beach sunset-a conceptually simple transformation which provides a site for consideration of numerous dualities. The bars are a utilitarian image not meant to be seen; the beach sunset is a sought-after image of such widely-accepted beauty that it has become a cliché. The bars consist of sharp rectangles of pure colors; the sunset consists of fuzzy areas of complex colors. Both images represent the color spectrum in their own way, which provides a strategy for the transformation.

Marc Horowitz, I Invented the Internet, 2006, 1:35 min
" I Invented the Internet" was made in response to Al Gore claiming he
invented the internet. I thought that it would make a great musical
number. I'm sorry I can't sing. enjoy.

dud, old house, 2006, 3:42 minutes
old house is an improvised story about a returning to the old house.
It was performed on November 5, 2006 at dudland by Mark Briggs
(electronics), Herb Heinz (guitar, voice), Franz Keller (visuals)
Craig Latta (bass), Claudine Naganuma (dance), Richard Smith (drums),
and Tim Walters (bass). Video and audio production by Herb Heinz.

Roger Ngim, Easy to Be Hard, 2006, 3:50 min
The superimposition of a plaintive pop song reveals the semaphoric
meaning of a regional American dance form in this video made from
salvaged and appropriated material.

Ruth Echkland, Rusalka, 2006, 3:30 min, Whirl, 20007, 0:38 min
‘Rusalka’ was inspired by Dvorak’s opera of the same name, with stylistic nods to Degas, this video reinvents the fairytale of the water nymph living in a forest lake who longs to be human to win the love of the Prince. This contemporary nymph needs no one but herself and her rhythmic attunement to her world, as she effortlessly flows between land and water. With her running shoes underneath her tutu, she is also no Ophelia, but has the strength, determination and grace to meet life’s challenges. The music is a beat composed, scratched and sampled by Matt DiFonzo.
In ‘Whirl’ highly altered image and ambient sound are designed to create a portrait and a breathless tribute. This brief video encapsulates the essence of the energy and athleticism of dance competitions, dance-skating, whirling dervishes and the frenetic dance of life, itself. Sound design is by the artist.

Heike Liss & Patrice Scanlon, Flowerfist, 2006, 5:00 min, Fancy Footwork, 2007, 5:00 min
Visual artist Heike Liss and musician/composer Patrice Scanlon have been collaborating on a series of dance/music videos for the last 2 years. ‘Flowerfist’ and ‘Fancy Footwork’ are their latest productions.

Nomi Talisman, The last Thing before the Last, 2006, excerpt
‘The last Thing before the Last’ is a series of short video pieces that explores the failure of systems and its’ crisis. The work combines sound from public archives (such as the UN General Assembly, US Courts, etc) and current footage that was shot on ordinary locations, depicting everyday events, that are influenced by mass media images.

Michael Trigilio, Thanks for Giving My Number Back, 2006, 2 excerpts
These music-video excerpts are from a longer work called _Thanks for
Giving My Number Back_. The video explores the thin lines between love and death, fantasy and reality, hope and helplessness. Equal parts self-portraiture and science fiction, the story shapes itself into a tangle of chuckles, heartache, and anxiety.

Gail Wight, National Agenda, 2007, 3:15 min.
This work is similar to some video pieces I made in the late 80s, on secrecy and the CIA, the obliteration of nature, and the misfiring of well-intended efforts. I was angry then, and I'm still angry now. The issues have changed a little, but not all that much. When it comes to the government, the issues seem like they've hardly changed at all. Still, my anger doesn't help. In much of the work I've done since that time, I've addressed issues of pain, brutality, well-intentioned mistakes, horror . . . but always through humor. Humor is a way for me to get close to things that are otherwise too painful, too infuriating. How to address our nation's leaders' calculated negligence on the topic of global warming? Chocolate, kazoos, sand paper, and a heat gun. Go nowhere on Earth Day.

 

16.-23. Juni, Exploring Party – Party als Kunst. Von Warhols EPI bis heute. Live-Performances, Grafikinstallation, Ausstellung, Screening, Vorträge

Zeitraum: 16.-23. Juni 2007
Kuratoren: Dr. Cornelia Lund und Dr. Holger Lund
Projektassistenz: Myriam El Abdi, Meike Frank und Florian Härle
Veranstalter: fluctuating images. contemporary media art e.V., Stuttgart
Veranstaltungsort/Partner: Württembergischer Kunstverein Stuttgart e.V., Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, www.wkv-stuttgart.de

Programm (ausführliche Informationen als pdf (ca. 350KB) download)

Samstag, 16. Juni 2007
20.00 Uhr, Eröffnung

Grußwort: Monika Wüst (stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat)
Vortrag: Maxa Zoller (Kunstwissenschaftlerin, London): „Noch nie hat Kunst soviel Spaß gemacht: eine kleine Einführung in die Kunstgeschichte der Party“
Filmvorführung: Maya Deren, „Ritual in Transfigured Time“ (USA, 1946, 16mm)
Video-Trigger-Drums mit Tanz: Alexandra Mahnke (Tanz, Stuttgart), Aleksandar Nesic (Schlagzeug, Stuttgart) und Anja Füsti (Schlagzeug, Stuttgart)

Mittwoch, 20. Juni 2007
20.00 Uhr, Videointerview & Screening

Videointerview: Ronald Nameth, Screening: Jonas Mekas, Velvet Underground’s First Public Appereance (1966), Ronald Nameth, Andy Warhol’s Exploding Plastic Inevitable (1967), Charles Wilp, Afri-Cola-Filme (1971) u.a.

Freitag, 22. Juni 2007
21.30 Uhr, audiovisuelle Live-Performance mit elektronischer Musik und Video

Modeselektor (BPitch Control, Berlin), Die Pfadfinderei (Visuals, Berlin)
23.00 Uhr, audiovisuelle Live-Performance mit elektronischer Musik und Video
Inverse Cinematics (pulver records, Stuttgart), VJ vonM/Matthias Siegert (Stuttgart)

Eintritt: 15,- Euro

Samstag, 23. Juni 2007
21.30 Uhr, audiovisuelle Live-Performance mit elektronischer Musik und Video

Dominik Eulberg, Triple R (Traum Schallplatten (Traum/Trapez/MBF), Köln), Yvette Klein (Visuals, Köln), Christian Jamin (Visuals, Basel)

Eintritt: 15,- Euro

Grafische Gestaltung / Licht / Motion Graphic
Daniel Fritz, Oliver Moore, vonM/Matthias Siegert, Maik Stapelberg

Ausstellung mit Monitorpräsentationen vom 16.-23. Juni 2007 im Württembergischen Kunstverein

Jonas Mekas, Velvet Underground’s First Public Appereance (1966)
Ronald Nameth, Andy Warhol’s Exploding Plastic Inevitable (1967)
The Light Surgeons, Wild Man of New York RMX (2002)
Die Pfadfinderei, Nightcreatures (2004)
Rojo, The Good Ones (2005)
Yvette Klein, Rave Rabbit (2006)
Robert Heel, What Makes a Good Party (2007)

Öffnungszeiten der Ausstellung: Di-So, 11.00-18.00 Uhr, Mi 11.00-20.00 Uhr

Modeselektor

Grafik von Pfadfinderei für Modeselektor

Die Pfadfinderei

Dominik Eulberg

Videostill von Yvette Klein zu Dominik Eulbergs Rave Rabbit

Yvette Klein

Triple R

Inverse Cinematics

Alexandar Nesic

Anja Füsti

Alexandra Mahnke

Matthias Siegert

Oliver Moore

s&f (Maik Stapelberg und Daniel Fritz)

Filmstill aus Maya Deren "Ritual In Transfigured Time"

Ronald Nameth

Filmstill aus Ronald Nameth "Andy Warhol's Exploding Plastic Inevitable"

Filmstill aus Jonas Mekas "Velvet Underground’s First Public Appearance"

Filmstill aus Charles Wilp "afri cola filme"

Videostill aus Robert Heel vs. Binary Choice/ Collaboration Rec. "What Makes a Good Party"

Das Projekt „Exploring Party“ geht der Geschichte der Party als experimentellem künstlerischem Format nach. Ausstellung, Vorträge, eine Grafikinstallation und drei multimediale Live-Performances bieten Auseinandersetzung und Reflexion zum Thema Party als Kunst. Eine besondere Rolle spielt dabei die Musikvisualisierung per Video.

1966 fasste Andy Warhol mit seinem Projekt „Exploding Plastic Inevitable“ die damaligen popkulturellen Tendenzen zusammen: Mehrfachprojektionen mit Dia und Film, Lichtinszenierung, Zuschauer als bewegte Leinwände, Tänzer, performative Aktion, Musik – Warhol konstruierte damit ein multimediales Zwitterereignis zwischen Kunst und Party.

Dass Parties zu Kunst transformiert werden können, ist beispielsweise schon bei Maya Derens filmischen Experimenten wie „Ritual in Transfigured Time“ (1946) zu erkennen und ist seitdem immer wieder, vor allem filmisch, fortgeführt worden, u.a. mit Sam Tayler-Woods „Third Party“ (1999). Seit längerem also wird die Party als experimenteller Kunstraum erkannt und genutzt. Sie kann als Format für experimentelle Energien gelten – was die Veranstaltung „Exploring Party“ vorführen und thematisieren möchte. Hierbei erscheint die Party nicht als Beiwerk einer Kunstveranstaltung, sondern sie wird in ihrer historischen und aktuellen Bedeutung für die Kunstproduktion untersucht.

Mit drei multimedialen Live-Performances wird erstmals die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Party via Musik, VJs (Videojockeys), Tanz und Graphik bzw. Motion Graphic direkt in den Räumen einer Kunstinstitution in den Mittelpunkt gestellt. Visual Music, jene von Musikern und VJs umgesetzte audiovisuelle Performance, die, vom Club- und Partykontext kommend, inzwischen in die Vor- und Seitenräume von Kunstinstitutionen Eingang gefunden hat, soll den Kernpunkt der Live-Veranstaltungen bilden.

Dies geschieht u.a. mit einem eigens für „Exploring Party“ entwickelten audiovisuellen Live-Set von Modeselektor (Musik) und Pfadfinderei (Visuals), die bereits mit ihrer Labland-Show u.a. im Centre Georges Pompidou (Paris) und der Volksbühne (Berlin) zu sehen und hören waren, sowie mit einem eigens für „Exploring Party“ entwickelten audiovisuellen Live-Set von Yvette Klein (Video) und Christian Jamin (Video) mit Dominik Eulberg (Musik) und Triple R (Musik). Matthias Siegert (Video) ist nicht nur für die Motion Graphic zu den Live-Performances verantwortlich, zusammen mit Inverse Cinematics (Musik) gestaltet er ein audiovisuelles Live-Set mit Party-Footage und den graphischen Elementen von s&f.
Ergänzt werden die multimedialen Inszenierungen durch eine Ausstellung und Screenings mit exemplarischen filmischen Arbeiten zum Thema Party als Kunst sowie durch Vorträge und einen Informationsbereich.

Hauptbezugspunkt für das Thema „Party als Kunst“ ist Andy Warhols EPI. Dieses zentriert sich um zwei wesentliche Ideen: die Akkumulation von Medien und die Verschränkung von Medien – beides auf neue Art und Weise. Da bereits die Besucher des EPI von dem geballten Medieneinsatz teilweise überfordert waren und den Eindruck hatten, einem medialen Overkill ausgesetzt zu sein, erscheint die zweite Idee, die Verschränkung von Medien, verfolgenswerter.
Genau hier setzt Exploring Party an, vor allem mit den drei Live-Performances. Diese gehen der Frage nach, wie sich heute, unter den Bedingungen des digitalen Echtzeit-Produzierens und der digitalen Verknüpfbarkeit, eine neuartige Verschränkung von Medien realisieren lassen kann. Das geschieht am ehesten im Bereich der Visual Music. Denn dort sind neue Möglichkeiten audiovisueller Verschränkungen lokalisierbar und werden experimentell erprobt. Visual Music als aktuelle ästhetische Praxis kommt vornehmlich aus dem Club- und Partykontext. Dort wurde sie jedenfalls nach Versuchen bei der frühen Film-Avantgarde und dem Expanded Cinema entscheidend weiterentwickelt, um Tanzmusik mit einer adäquaten Visualisierung zu begleiten – was wiederum bereits Warhol mit seinem EPI ein Anliegen gewesen ist.
Warhol war es dann auch, der, mit dem EPI den experimentellen Frei-Raum der Party nutzend, künstlerischen Fragestellungen im Party-Kontext nachging – und dabei die Party zum Kunstereignis wendete. Party als Kunst: hier schließt sich der Kreis, der medienhistorische und medienaktuelle Fragen, Statusfragen von Kunst sowie den Versuch enthält, eine Lösung dieser Fragen jenseits der üblichen Ausstellungs- und Präsentationsformate zu bekommen. Deswegen ist „Party als Kunst“ nicht nur – reflexiv – Thema von Exploring Party, sondern wird „Party als Kunst“ mit den Live-Veranstaltungen auch performativ realisiert.

Exploring Party wird gefördert von: Landesstiftung Baden-Württemberg, MFG Filmförderung Baden-Württemberg, Medienteam der Landeshauptstadt Stuttgart, Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, Schwedische Botschaft, Audi Zentrum Stuttgart, Prolab Stuttgart, afri cola, Haller Löwenbräu, Smirnoff Ice sowie Rilling Sekt. Elektroakustische Unterstützung: f.concept – licht + tontechnik (www.f-concept.de). Medienpartner: Lift Stuttgart und re.flect.

Weitere Informationen:

www.modeselektor.com - Modeselektor
www.pfadfinderei.com - Die Pfadfinderei
www.dominik-eulberg.de - Dominik Eulberg
www.traumschallplatten.de - Riley Reinhold aka Triple R
www.traumschallplatten.de/videos.html - Yvette Klein
www.videoplus.ch - Christian Jamin
www.pulver-rec.com - Inverse Cinematics
www.vonm.de - Matthias Siegert
www.studioolympia.de - Oliver Moore

Exploring Party ist Teil des zweijährigen Projekts „Visual Music“ (2007-2008) der Medienkunstgalerie fluctuating images e.V. und wird gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg.

 

31. Mai, Präsentation AM12 - Releaseparty, 20.00 Uhr

Live: blink and remove - kollektiv für gestaltung (visuals) und mycrotom / volka glück (music)

 

Am 31. Mai 2007 feiert die AM12 in der Galerie „fluctuating images.contemporary media art e.V.“ ihre Releaseparty.
Die Publikationsreihe der Akademischen Mitteilungen (AM) ist ein Projekt, welches von Studierenden der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart realisiert wird.

Die zwölfte Ausgabe wurde von Andrea Appenzeller und Daniela Steidle (Studiengang Kommunikations-Design) zu dem Thema „die Wahrnehmung des Menschen“ gestaltet und trägt den Titel: Fünf Sinne.
Die Wahrnehmung des Menschen steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Kommunikations-Design. Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken ermöglichen uns die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen. Sie sind das Fenster zur Welt und Mittelpunkt der Interaktion mit unserer Umwelt. Die AM 12 will daher möglichst viele Sinne des Lesers/Betrachters ansprechen.
Um das Konzept der Interaktion von Design und Betrachter in die Tat umzusetzen wird die Release- Veranstaltung in Kooperation mit der Galerie fluctuating images stattfinden. Die Galerie ist für ihre audiovisuellen Arbeiten bekannt, so dass sie den geeigneten Rahmen für die multisensuelle Präsentation der AM 12 bietet.

Das Magazin wird in Bild und Ton präsentiert. Es wird eine Ausstellung ausgewählter Themen, Fotografien und eine Modestrecke zur Schönheit des Makels geben. Zur Musik von mycrotom und volka glück werden die VJ´s von "blink and remove - kollektiv
für gestaltung" die ganze Nacht über Visuals an die Mauern werfen. Die Akademie lebt... all night long.

Zur Modestrecke:

"Die Schönheit des Makels" ist der Titel der Modekollektion, welche in den Akademischen Mitteilungen 12 veröffentlicht wird. Das freie Projekt entstand aus der Zusammenarbeit der Textildesignerin Sabine Egler und der Modedesignerin Miriam Lehle. Beide betreiben das Modelabel "apeal".
Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Menschen und wird als Träger von Schönheit wahrgenommen. Der Makel ist bestimmt durch die Abweichung vom Ideal, die Unterbrechung der Symmetrie. Im Zentrum des Interesses der Kollektion steht das Zusammenspiel von Makel und Schönheit im Hinblick auf die menschliche Haut. Die facettenreiche Erscheinung und Haptik der Haut sind auf unterschiedlichste Weise im Textilen verarbeitet und im Dreidimensionalen ausgeführt.

Zu den Visuals:

Blink and remove ist ein dreiköpfiges Kollektiv für Gestaltung aus München/Regensburg und macht Videokunst und Mediengestaltung, also bewegte Bilder zwischen Clubvisuals, Musikvideo und Kurzfilm sowie Printgrafik und Artwork.

Zur Musik:

Spätestens seit der Veröffentlichung ihrer Kollaboration beim Remixcontest des Jeans Team Klassikers "Das Zelt" (louisville) taucht der Lesefix-Remix von tom mycro & volka glück auf internationalen Playlisten & Podcasts auf. Unterstützt durch ableton live tun sich tom mycro und volka glück als live/DJ duozusammen. Um die Kunstszene zu unterhalten. Style: indie tronik pop hop.

Weitere Informationen: www.amzwoelf.de und www.blnk.net sowie www.mycrotom.com und www.stockwerk23.de

 

Donnerstag, 24. Mai 2007, 20.00 Uhr, audio/visuell – Videopräsentation von Studierenden der Universität Stuttgart und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zum Thema Visual Music

mit Videos von: Azmi Abu Ishak, Jawad Abu Sinni, Beata Ceglarska, Hamid Dulovic, Jakob Fahlbusch, Kamil Görlich, Tobias Hahn, Zofia Izewska, Stefan Kratt, Alexandar Nesic, Christiane Prehn, Benjamin Springmann, Jakob Wolfrum

Ort: fluctuating images e.V., Jakobstr. 3, Stuttgart

Präsentiert werden die Ergebnisse des Seminars „audio/visuell“, in dem sich die Studierenden ein Semester lang unter der Leitung von Dr. Cornelia Lund und PD Dr. Erwin Herzberger am Institut für Darstellen und Gestalten 1 der Universität Stuttgart mit der Frage des Zusammenspiels von Bild und Ton im Medium Film beschäftigt haben.

Dabei sind Arbeiten entstanden, die den unterschiedlichen Ausformungen des Themas Musikvisualisierung Rechung tragen: Vom Musikvideo bis hin zur Generierung eigener Bilder und eigenen Soundmaterials. Ein neuartiges, rollendes Kamerastativrad wurde gebaut, musikalisch Kuchen gebacken und Feuerzeuge porträtiert.

Das Seminar audio/visuell ist Teil einer hochschulübergreifenden Seminargemeinschaft, die im vergangenen Wintersemester aus unterschiedlichen Perspektiven das Thema Visual Music untersucht hat: Die praktische Umsetzung von Visual Music konnten die Studierenden im Seminar „audio/visuell“ erproben. Eine historische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema boten ein Seminar zum Musikvideo (Prof. Dr. Hans Dieter Huber, Kunstgeschichte, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Prof. Mini Schulz, Institut für Jazz und Popularmusik, Staatliche Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart) und ein Seminar zur Visual Music (Dr. Cornelia Lund und Dr. Holger Lund, Institut für Kunstgeschichte, Universität Stuttgart). Im Sommersemester 2007 verfolgt das Seminar „Sound & Vision“ (Dr. Cornelia Lund, Kunstgeschichte, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) die Frage audiovisueller Kombinationen in der bildenden Kunst und in angrenzenden Bereichen weiter.
Die Beteiligung der unterschiedlichen Fachbereiche ermöglicht es, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren und die Studierenden über die Fächergrenzen hinweg zum Austausch anzuregen. Zu diesem Zweck gab es im Wintersemester mehrere gemeinsame Seminarsitzungen, in denen theoretische Themen oder die Entstehung der filmischen Arbeiten diskutiert wurden.

 

11.-13. Mai, Festival Plattform für freie Musik | extended

Die Plattform für freie Musik stellt zum zweiten Mal ein handverlesenes Programm mit überregionalen Künstlern aus dem Bereich der improvisierten Musik vor. Die Veranstalter Oliver Prechtl und Anja Füsti laden vom 11.-13.05. Musiker, die sich im Spannungsfeld von Neuer Musik, Jazz und Elektronik bewegen, in die Medienkunstgalerie fluctuating images ein.
Am Freitag startet das Festival mit den Protagonisten der Wiener Elektronik-Szene: dem audiovisuellen Duo 'NotTheSameColor' mit dieb13 (turntables & electronics) und Billy Roisz (videosynth), sowie 'aerom' mit Wolfgang Fuchs (turntables) und Markus Decker (electronics). Den Kontra-Punkt dazu bildet am Sonntag das ausschließlich analoge Konzept 0 Kilowatt, overload des Stuttgarter Saxophonisten Mark Lorenz Kysela. Im Keller der Galerie werden an diesem Abend Künstler, die üblicherweise mit elektronischen Medien in Zusammenhang gebracht werden, auf höchstem Niveau musikalisch kommunizieren; und das ganz ohne Stromverbrauch. Mit dabei sind außer dem Schauspieler Robert Atzlinger, eine Visualkünstlerin, ein Instrumentalensemble mit u.a. Axel Hanfreich und Thomas Maos und die Münchener Tänzerin Claudia Senoner.
Der programmatische Gegensatz zwischen Freitag und Sonntag findet sich im Kleinen in den Solokonzerten am Samstag wieder. Das in diesem Zusammenhang seltene Instrumentarium der beiden Musiker vereint sie zwar vordergründig. In ihren individuellen Klangsprachen unterscheiden sich der Kontrabassklarinettist Chris Heenan (Berlin/Los Angeles) und der Spinettspieler Christoph Schiller (Basel) aber wesentlich.
Die Konzerte beginnen jeweils um 20h.

11.05. Wiener Nacht, 20.00 Uhr

NotTheSameColor

dieb13: turntables, computer, devices
billy roisz: videomixers, audiomixer, videosynth

aerom

Markus Decker - electronics
Wolfgang Fuchs - turntables

http://ntsc.klingt.org/
http://firstfloor.org/aerom/



12.05. Solokonzerte; 20.00 Uhr

Christoph Schiller, Spinett (Basel)
Chris Heenan, Kontrabassklarinette/Saxophon (Berlin)

http://www.creativesourcesrec.com/artists/c_schiller.html
http://www.chrisheenan.com/



13.05., 20.00 Uhr
0 Kilowatt, overload
AV unplugged im Gewölbekeller

mit Atzlinger, B. Kysela, Senoner, S. Füsti, A. Füsti, Maos, Hanfreich, Prechtl, M.L. Kysela

Für weitere Informationen:

Oliver Prechtl
mail@oliverprechtl.de

Mit freundlicher Unterstützung: Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart und LBBW Stiftungen der Landesbank

 

Sonntag, 6. Mai 2007, 20.00 Uhr, Visual Music live & discussed: 1 Raum - 3 Aspekte
Audiovisuelle Live-Performance mit Kurt Laurenz Theinert (Visual Piano), Alexandra Mahnke (Tanz) und Markus Birkle (E-Gitarre)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“. Diese Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Visual Music“ (2007-2008) von fluctuating images.
Der Abend bildet den Auftakt der auf zwei Jahre angelegten Veranstaltungsreihe zu verschiedenen künstlerischen und institutionellen Aspekten des Themas Visual Music. Dazu werden WissenschaflerInnen, KünstlerInnen und KuratorInnen eingeladen, die aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlicher Weise mit Visual Music umgehen.

1 Raum – 3 Aspekte

Ausgangspunkt für das mehrschichtige audiovisuelle Zusammentreffen ist der Raum – in diesem Fall konkret der Galerieraum. Kurt Laurenz Theinert (Projektion), Alexandra Mahnke (Tanz) und Markus Birkle (Gitarre) gestalten und interpretieren dabei den Raum mit ihrem jeweiligen künstlerischen Ausdrucksmittel – Licht, Bewegung oder Klang. Dem hörenden Betrachter, selbst Teil des Raums, eröffnet sich aus den drei sich überlagernden Aspekten ein spezieller, audiovisueller Wahrnehmungsraum.

Das Visual Piano, ein weltweit einzigartiges Instrument, mit dem sich bewegte (Raum-)Bilder und Lichtgrafiken erzeugen lassen, wurde von dem Lichtkünstler und Fotografen Kurt Laurenz Theinert gemeinsam mit den Softwareentwicklern Roland Blach und Phillip Rahlenbeck konzipiert und hergestellt. Die grafischen Muster von Theinert sind live gespielt und in Echtzeit erzeugt.

Alexandra Mahnke, diplomiert für modernen Bühnentanz an der Folkwang-Hochschule in Essen, sieht Tanz als Kommunikation im Raum, als Raumkunst losgelöst von der klassischen Bühnensituation. Sie kommuniziert mit anderen Tänzern, mit Betrachtern oder, wie in diesem Fall zusätzlich mit visuellen Lichtelementen, die nicht beleuchten sondern Raum und Körper modellieren.

Dazu improvisiert Markus Birkle an der Gitarre. Wer seine virtuosen Klanggebilde kennt – etwa bei der Vertonung von Stummfilmen wie Nosferatu – und zudem sein Spiel als Konzert- und Studiogitarrist der Fantastischen Vier sowie bei Netzer, benötigt kaum weitere Erklärungen. Allen anderen sei diese Veranstaltung des Ausnahmemusikers ans Herz gelegt, um seine Arbeit im audiovisuellen Bereich kennen zu lernen.

Die Veranstaltung ist Teil des zweijährigen Projekts „Visual Music“ (2007-2008) der Medienkunstgalerie fluctuating images e.V. und wird gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg.

 

29.04. Screening media flow pt.4 und Preview media flow pt.5 beim VJ-Mapping in Genf

Videos von:

mateuniverse (New York/Berlin), Gustavo Matamoros (Miami), Hoványi Gábor (Budapest), zeitguised (London), Swayzak (London), Goldt (Berlin), Fried Dähn (Stuttgart), Isabell Spengler und Daniel Adams (Berlin), Thilo Kraft (Frankfurt), Aleksandar Nesic (Stuttgart), Kamil Goehrlich (Stuttgart), Robert Heel (Berlin).

 

01. April, Plattform für freie Musik präsentiert: Reinhard Köhler & Andreas Usenbenz - Klangmikroskopien, 20.00h

Die Reihe, veranstaltet und kuratiert von Oliver Prechtl und Anja Füsti, bietet improvisierenden Musikern die Möglichkeit, vor einem interessierten Publikum aufzutreten. Musikalisch verortet wird sie zwischen Jazz, Elektronik und Neuer Musik: Laptop trifft auf Tischtennisball, Kaosspad auf Melodika, Plattenspieler auf Vibraphon.

Plattform für freie Musik präsentiert:

Reinhard Köhler & Andreas Usenbenz: Klangmikroskopien

"Klangmikroskopien" heißt der heutige Abend. Auf der Bühne stehen neben den beiden Musikern auch analoge Kleinst-Synthesizer, ein Klappauf-Elektronengehirn, ein Soundboard, Gongs, Glocken, Klangschalen sowie ein kleiner und sozusagen prähistorischer Analog-Roboter. Das Duo Reinhard Köhler und Andreas Usenbenz nimmt sich ungewöhnliche Klänge vor,
zerlegt sie, untersucht sie, setzt sie wieder zusammen. Akustische Mikroprozesse werden gewissermaßen auf den Objektträger des Soundmikroskops gelegt, in klanglich hundertfacher Vergrößerung betrachtet und musikalisch-kreativ weiterverarbeitet. Während des Arbeitsprozesses dringen die beiden Musiker immer tiefer in diesen Kosmos ein. Und heraus kommt für den Zuhörer Ungewöhnliches, Neues, Merkwürdiges. Wie beim Mikroskopieren bekommen sie einen neuen Blick, ein neues Gehör für Feinheiten und Feinstrukturen, die man für gewöhnlich kaum oder gar nicht wahrnimmt.

Visual Art: Eva Schmeckenbecher

Information: www.prechtlsound.de

 

23.-25. März, Graphics.open.01, veranstaltet von der Lazi-Akademie, Esslingen, kuratiert von Lu Pfeiffer. In Kooperation mit "novum. world of grapic design"

23. März 2007 - Vernissage: 19.30 Uhr
Ö ffnungszeiten: 24.03. und 25.03. jeweils 14-18 Uhr
Ort: fluctuating images, Jakobstraße 3, 70182 Stuttgart

Die Lazi Akademie in Esslingen bei Stuttgart ist eine staatlich anerkannte Privatschule mit Ausbildungs- und Studiengängen in den Bereichen Film- und Mediendesign, Grafikdesign, Fotodesign und Film. Die Entwicklung kreativer Ideen ist zentraler Bestandteil der Ausbildungsphilosophie. Deshalb trainieren Studierende im Fachbereich Grafikdesign ihre gestalterischen Fähigkeiten sowie methodisches Vorgehen von Anfang an intensiv an Kommunikationsaufgaben aus der Berufspraxis und nehmen regelmäßig an internen wie externen Wettbewerben teil.

Erstmalig hat die Fachbereichsleiterin für Grafikdesign, Lu Pfeiffer, nun mit Graphics.open.01 einen Coverdesign-Wettbewerb ins Leben gerufen sowie die Kooperation mit Novum und fluctuating images angestoßen.
Beim Inhouse-Wettbewerb wurde das Cover der Zeitschrift „novum. world of graphic design“ gestaltet – ganz frei und mit viel Lust zur Veredelung. Mit allen Grafikdesign-Studenten, vom ersten bis zum achten Semester, entstehen maximal 66 Entwürfe.
Alle Arbeiten werden von einer qualifizierten Jury mit Bettina Schulz (Chefredaktion) bewertet und die besten Cover werden von Novum, dem Fachmagazin für Kommunikationsdesign, prämiert.
Wie quicklebendig und am Puls der Zeit eine 80jährige Fachzeitschrift sein kann, stellt „novum. world of graphic design“ auch mit dieser Kooperation wieder unter Beweis. Das Fachmagazin für widmet sich seit 1924 allen Bereichen des Kommunikationsdesign und gilt als renommiertes, internationales Forum der Branche.

Weitere Informationen erteilt gerne Lu Pfeiffer unter 0711-9378380 oder unter www.lazi-akademie.de
www.novumnet.de

 

25. Februar-18. März, Lange Nacht der Museen: 17.03.2007, „vis motrix“, Fotoausstellung mit Dye Transfer Prints von Egbert Haneke

Eröffnung: Sonntag, 25. Februar, 19.30 Uhr

Öffnungszeiten: Do 18.00-20.00, Sa/So 16.00-18.00 und n.V.

Lange Nacht der Museen 2007: 19.00-02.00 Uhr

Bilder von Egbert Haneke, und zwar in Dia-Überblendtechnik, waren bereits 2004 bei der Eröffnungsausstellung der Medienkunstgalerie fluctuating images zu sehen. Seine Konzentration auf Materialkontraste und auf das Zusammen- oder Widerspiel von urbaner Natur und architektonischem Stadtraum hat er seitdem weiterentwickelt. Zudem hat er inzwischen sein über sechs Jahre währendes Forschungsprojekt zur Dye-Transfer-Drucktechnik abgeschlossen, die wie kein anderes fotografisches Verfahren seiner Bildwelt entspricht.

Hanekes Rekonstruktion des aus den 1930er Jahren stammenden, von Kodak entwickelten Druckverfahrens erweitert gleichzeitig die mediale Dimension der Fotografie. Dies insofern, als Haneke von analogen Kleinbilddias ausgeht, sie anschließend digital verarbeitet, um die Bilder dann wieder in das analoge Druckverfahren des Dye-Transfer-Prints, also der Farbstoffübertragung, zurückzuführen. Haneke hat hiermit ein weltweit einmaliges fotografisches Druckverfahren entwickelt.

Die fotografischen Arbeiten der Bildgruppe "Vis Motrix" von Egbert Haneke zeigen durchweg Selbstverständliches, Unspektakuläres und Triviales der uns umgebenden Welt.
Radikale, scharf begrenzte Ausschnitte, die in ihrer kompositorischen Präzision eine sowohl grafische als auch farbliche Bestimmtheit deutlich machen, schließen eine Zufälligkeit dabei kategorisch aus.

Spiegelungen in Glasscheiben und Reflektionen auf Wasseroberflächen treiben ein Spiel mit sich überlagernden Ebenen. Zäune und Gitter, die den Blick auf das Bild verwehren wollen oder Pflanzenfragmente einkeilen, Flächen, auf denen bei aller Ödnis auch noch die letzten Steinbrocken, als Protagonisten, aus dem Zentrum des Bildes geschoben scheinen. Ein Unkrautpionier bahnt sich seinen widrigen Weg durch einen minimalen Riss. Die Bildmotive aus Hanekes Archiv-Kategorien „Natur-Kultur-Abfall“ stehen gleichwertig und ohne Konkurrenz nebeneinander. Zusätzliche Informationen, welche eine topografische oder zeitliche Einordnung der Motivik ermöglichen könnten, fehlen. Auch der Versuch, eine solche Annäherung selbst zu unternehmen, bleibt vage, assoziativ und scheitert schließlich. Ebenso sind narrative Stränge oder Elemente in dieser Bildgruppe zunächst nicht zu finden.

Hergestellt sind diese Bilder mit einem modifizierten Druckverfahren der 1930er Jahre, Dye Transfer, bei dem reine Farbstoffe auf einen Baryt-Karton übertragen werden. Die opulente Farbigkeit, die kaum erklärbare dreidimensionale Raumwirkung und die ungewöhnlich hohe Definition dieser Dye-Transfer-Drucke vermitteln eine Prägnanz, welche die Bildmotive als außergewöhnliches Licht- und Farbereignis präsentiert. Das Prinzip der fotografischen Abbildung, welches das Wesen der Fotografie ist, scheint hier durch eine eigentümlich andere Bildwirkung so weit erodiert, dass ein Blick auf das eigentliche Bild frei wird. Die Abbildhaftigkeit der Fotografie wird zugunsten einer Bildhaftigkeit aufgegeben.

Mit freundlicher Unterstützung des Medienteams der Landeshauptstadt

Programm Lange Nacht: Fotoausstellung "vis motrix" in den Galerieräumen und Rauminstallation "Das geschachtelte Bild" im Galeriekeller

Das geschachtelte Bild - Eine Rauminstallation von Matthias Siegert und Marcos Zevallos

Mittels Manipulation von Information können „echte“ Objekte noch „echter“ erscheinen.
Eine Rauminstallation im Keller der Medienkunstgalerie mit einem fotografischen Bild, einer Kamera, einem Monitor und Raumsensoren geht diesem Phänomen nach.
Der Bildschirm verändert die Wahrnehmung des Gesehenen und legitimiert gleichzeitig das ausgestrahlte Bild als „fernsehwahr“, zumal im Abgleich mit dem realen Objekt daneben. Die Rezeption dieser Information impliziert die Akzeptanz. Und die Akzeptanz wiederum die Definition der Echtheit einer genuin beliebigen Information.
Echt ist das, was wir mit bloßem Auge sehen, oder doch viel eher das was wir sehen, verstehen, hinterfragen, assoziieren und akzeptieren können?
In der Rauminstallation steht vor allem die Frage, wie ist ein Bild „wahr“, im Mittelpunkt.

Fotoausstellung und Rauminstallation nehmen aufeinander Bezug: während Egbert Haneke mit den Dye Transfer Prints das fotografische Bild unglaublich präzise, materiell-physisch „echt“ wirken lässt, wird just diese Echtheit von fotografischen Bildern mit der Rauminstallation in Frage gestellt.

 

16. Februar Sektion Visual Music bei der 95. CAA-Conference New York. Sektionsleitung: Cornelia Lund

Hilton New York
Reservations: 1-800-445-8667
1335 Avenue of the Americas (6th Avenue at 53rd St.)
New York, NY 10019
Phone: 212-586-7000
Fax: 212-315-1374
www.hilton.com

Visual Music
FRIDAY, FEBRUARY 16, 2:30 PM–5:00 PM
Gibson Room, 2nd Floor, Hilton New York

Chair: Cornelia Lund, Fluctuating Images. Contemporary Media Art

Programme:

The Silent Music Is Finally Heard: Early Experiments in Visual Music
Lorettann Gascard, Franklin Pierce College

Designing in Time
Brian Evans, University of Alabama

Nicolas Schoeffer’s Visual Music: The Regulation of All the Senses
Herve Vanel, Brown University

Performing Pictures/Picturing Performance: Some Efforts to Distinguish Visual Music from Music Videos
Matthias Weiss, Freie Universität, Berlin

If You Could See It, Then You’d Understand: Visual Musician Mark Romanek and Coldplay’s Speed of Sound
Henry Keazor, Universität Frankfurt, Institut für Kunstgeschichte

Weitere Informationen: http://conference.collegeart.org/2007/

 

03.-04. Februar Schrecklich-Schön - Lack-Leder-Installationen mit Musik von Icasol (pulver records), Eva Bauer

Eröffnung: Samstag, 03. Februar, 20 Uhr

Öffnungszeiten: Sonntag, 04. Februar, 15-18 Uhr

Wenn die Schönheit die Herrin der Gesellschaft ist, so braucht sie auch Diener, die ihre Botschaft verkünden und ihr helfen, noch mehr Ruhm und Anerkennung zu erhalten. Ein langjähriger Diener der Schönheit ist das Schönheitsideal, welches eine mittelnde Rolle zwischen der Herrin und der Gesellschaft einnimmt. Es macht Schönheit greifbar, indem es in einer Gestalt zum Ausdruck kommt und somit angestrebt werden kann.

Die Ausstellung handelt von der Ambivalenz der Schönheitsideale, welche schon Jahrhunderte lang mit Eifer angestrebt und bis ins Extrem nachgeahmt wurden. Wenn man die Geschichte der Schönheitsideale betrachtet, so stellt man fest, dass einige der angestrebten Ideale heutzutage wie Formen von Folter wirken und so absurd erscheinen, dass das Wort „Schönheitsideal“ sarkastisch klingt. Schon Urvölker schnürten mit Tüchern und Holzlatten die Köpfe ihrer Kinder ein, so dass der Kopf zur Stirn hin verjüngt und eierförmig wurde. Später wurde die Damentaille mit einem Korsett so eingeschnürt, dass sich die Organe eine neue Position suchen mussten. Schwangerschaften führten häufig zu Fehlgeburten.

Bei diesen extremen Formen des Schönheitsideals handelt es sich nicht etwa um ein veraltertes Muster der jeweiligen Gesellschaft. Auch heute wird bedingungslos, häufig fanatisch, versucht dem vorgegebenen Schönheitsideal zu entsprechen. Dem modernen Körper werden Muster eintätowiert, Silikonimplantate eingesetzt, er wird bis auf die Knochen heruntergehungert und durch den neuesten medizinischen Stand bis zur Unkenntlichkeit verändert. Dienen diese Varianten des Schönheitsideals dazu, den Charakter zu unterstreichen, oder ist ein Fluchtversuch aus dem eigenem Körper die Motivation? Ist es allein das Streben nach Schönheit oder vielmehr eine Abgrenzung von bzw. eine Integration in eine gesellschaftliche Gruppe?
Die Ausstellung soll aufzeigen, dass der Weg zur absoluten Schönheit eine Gratwanderung ist und nicht selten am Gegenpol des Schönen, im Hässlichen endet.
Am besten ist dies an extremen Formen des Schönheitsideals zu erkennen, denn dort wird sichtbar, wie nah sich diese beiden Pole - das Schöne und das Hässliche - sind.

Eva Bauer studiert Kulturgestaltung an der FH Schwäbisch Hall. Diese Ausstellung ist ihre Diplomausstellung.

 

31. Januar Cross Currents 3: media flow. videoventure on electronic music pt.3 and pt.4 - zu Gast bei The Lab, San Francisco

Weitere Informationen: www.thelab.org und unter "Archiv 2005" (media flow pt.3) sowie "Archiv 2006" (media flow pt.4).

 

11.-19. Januar mit Präsentationen am 11., 14. und 19. Januar

I COULD BE YOU - 7 KünstlerInnen zum Thema alter ego: Alex Bag (USA), Keren Cytter (Israel), Kate Gilmore (USA), Shana Moulton (USA), Laura Parnes (USA), Elodie Pong (CH), Isabell Spengler (D)
- kuratiert von Alexandra Blättler und Jen Liu , Videoscreenings und -ausstellung, Diskussion u.a. mit Isabell Spengler und Philip Ursprung

veranstaltet von der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, in Kooperation mit fluctuating images und in Zusammenarbeit mit dem 20. Filmwinter Stuttgart

Vernissage: Donnerstag, 11. Januar, 20.00 Uhr
Tea & Screening: Sonntag, 14. Januar, 11:30-13:30 Uhr. Mit Videos von Laura Parnes (BLOOD & GUTS IN HIGH SCHOOL 1-4, 2004, 27’30’’) und Elodie Pong (SECRETS, 2003, Dauer: variabel).
Diskussion & Finissage mit den beiden Kuratorinnen sowie Isabell Spengler (Künstlerin) und Philip Ursprung (Professor für moderne und zeitgenössische Kunst an der Universität Zürich): Freitag, 19 .Januar, 20.00 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag & Freitag, 18.00-20.00 Uhr, Samstag & Sonntag 16.00-18.00 Uhr

ALTER EGO ROLE PLAY
All participants in the role play have another person standing behind them with their hands on their shoulders, acting as alter egos. The alter ego says out loud, during the role play, what he or she thinks the person is really thinking or feeling, e.g.:
Participant: "Oh hello! How very nice to see you!"
Alter ego: "Oh no, not him again!"

Im frühen 20. Jahrhundert wurde der Begriff „Alter Ego“ für die so genannten falschen Identitäten schizophrener Patienten verwendet. Seitdem hat sich die Definition erweitert zu einer persönlichen Eigenschaft, die als zweites Ich nach Aussen getragen wird.
In der Literatur haben sich zahlreiche grosse Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, wie z.B. Samuel Beckett, James Joyce und Marcel Proust, mit der Existenz eines zweiten Ichs beschäftigt. Seit Video und Film in die Bildende Kunst Eingang gefunden haben, beschäftigten sich auch Künstlerinnen und Künstler mit vergleichbaren narrativen Strukturen und literarischen Konzepten zur „Alter Ego“-Thematik.
Die Identitätspolitik der 1990er Jahre wie auch die postmoderne Dialektik des konstruierten Ichs (Donna Haraways Cyborg), haben Kunstschaffende dazu veranlasst, mögliche Bedeutungen der Identität in Frage zu stellen. Die Künstlerinnen bei »I Could Be You« benutzen ihren eigenen Körper und denjenigen anderer, um als „Alter Ego“ individuelle und allgemeine kulturelle Identitäten darzustellen, wobei es sich um konstruierte Charaktere und dialektische Objekte handelt.

Gezeigt werden u.a.:

THE ARTIST’S MIND, 1996, Alex Bag (USA)
DREAMTALK, 2005, Keren Cytter (IL)
DOWN, SMILING, 2006, Kate Gilmore (USA)
WHISPERING PINES NO. 5, 2005, Shana Moulton (USA)
BLOOD & GUTS IN HIGH SCHOOL 1-4, 2004, Laura Parnes (USA)
JE SUIS UNE BOMBE, 2006, Elodie Pong (CH)
SECRETS, 2003, Elodie Pong (CH)
PERMANENT RESIDENTS, 2005, Isabell Spengler (DE)

Weitere Informationen zu den Videos: download pdf

Die Ausstellung wird kuratiert von Alexandra Blättler (Kuratorin, Zürich) und Jen Liu (Künstlerin, Solitude-Stipendiatin 2006, New York).

Ort:
fluctuating images. contemporary media art
Jakobstraße 3
70182 Stuttgart

Weitere Informationen: www.akademie-solitude.de und www.wand5.de/fiwi2007/

 

09. Januar: as seen on the radio - fluctuating images zu Gast bei Bär on Air

19.00 Uhr, 99,2 MHZ oder 102,1 Kabel

www.freies-radio.de