fluctuating images. contemporary
media art
Verein zur Förderung zeitgenössischer Kunst mit neuen Medien
e.V.
gegründet März 2004, Vereinsform seit 07.02.2006
Zielsetzung
- zeitgenössische junge Medienkunst
- unabhängig
- unkommerziell
- internationale und regionale Ausrichtung, abwechselnd oder in Kombination
- Schnittstelle Kunst – Wissenschaft – Öffentlichkeit
- diskursive Kunstreflexion und -vermittlung
Publikationsmedium
Internet www.fluctuating-images.de
Finanzierung
Eigenmittel und Fördermittel
Personen
Kuratoren und PR-Arbeit: Dr. Cornelia Lund und Dr. Holger Lund
Gastkuratoren: Anja Füsti und Oliver Prechtl (Plattform
für freie Musik); Matthias Siegert (Rotlichtkonzerte)
MitarbeiterInnen: Frederike Brocke, Florian Härle, Annette Helfferich
Projektassistenz: Meike Frank, Myriam Elabdi
PraktikantInnen: Alex Holz, Gitte Lindmaier, Romina Langer, Shannon Leser,
Martin Stößel, Khoi Duong, Max Stilz, Eva-Maria Offermann, Jakob Wolfrum
Design: Jan Schöttler, Kai Heuser, Johannes Hennicke, Oliver Moore,
Eva Schmeckenbecher, Ilja Knezovic
Übersetzung: Lutz Eitel
Audial Design: Stefan Albertz
fluctuating images ist Mitglied der Initiative Visual Music Stuttgart: www.visual-music.net und
beim ADKV www.adkv.de.
fluctuating images. contemporary media art - Konzeption
Was ist Medienkunst? Zunächst Kunst, bei der Medien zu ästhetischen
Zwecken eingesetzt werden. Es ist zudem eine Kunst, die erkennbar den
Medieneinsatz als solchen reflektiert. Medienkunst, so könnte man
knapp formulieren, bietet in ästhetischen Arbeiten Gedanken zu Medien
und Medialität, mithin zu den spezifischen Eigenschaften medialer
Strukturen.
Der Begriff 'Medienkunst' hat sich in den 1980er Jahren etabliert im
Zusammenhang mit den digitalen Neuen Medien, und zwar so sehr, dass lange
als 'Medienkunst'
galt, was besagte Neuen Medien zu ästhetischen Zwecken eingesetzt
hat. Ob dies dann stets mit einem Bewusstsein über Medialität,
die Eigenschaften medialer Strukturen reflektierend, verbunden gewesen
ist, dürfte bei der Begriffsverwendung nicht zwangsläufig eine
Rolle gespielt haben.
Im Gegenzug hat es im kunstwissenschaftlichen Diskurs recht bald kritische
Bestrebungen gegeben, den Begriff 'Medienkunst' aus der verengenden Sichtweise
auf die Neuen Medien herauszunehmen. Statt der ausschließlichen
Fokussierung auf die Neuen Medien wurde versucht, einen spezifischen Medienumgang
generell in den Blick zu bekommen, gleichviel, ob analoge oder digitale
Medien Einsatz finden. Unterstützt wurden diese Bestrebungen nicht
zuletzt vom Niedergang der New Economy. Nachdem der hype um die Neuen
Medien verblasst war, konnte eine kritische Auseinandersetzung mit der
'Medienkunst' stattfinden.
Dabei zeigt sich, dass der Prozess einer medienbewussten und medienreflektierenden
Vorgehensweise in die Frühe Neuzeit zurückverortet werden kann.
Wichtige Schritte in diesem Prozess sind die beginnende Konstituierung
des Künstlerindividuums, die Institutionalisierung der künstlerischen
Ausbildung sowie die Theoriebildung in den einzelnen medialen Gattungen
wie Malerei, Skulptur und Architektur. Vor allem jedoch der paragone,
der Wettstreit der Gattungen untereinander, trug erheblich zu einem medialen
Bewusstsein in den einzelnen Gattungen bei. Künstlerische Spezialisierung
einerseits und die Idee des uomo universale andererseits sind gleichsam
zwei Seiten dieses Prozesses.
Mit avantgardistischen Positionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts und
den historischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts wurde schließlich
der media turn vollzogen, dessen theoretisches Kondensat McLuhans „the
medium is the message“ darstellt.
Seit besagtem media turn nutzen Künstler immer extensiver Möglichkeiten,
in und mit Medien ästhetische Reflexionen über Medialität
zu vollziehen. Zeitgenössische Arbeiten, welche diese Reflexionen
bieten und auf innovative Weise weiterführen, sollen in der Medienkunstgalerie
fluctuating images. contemporary media art ein Forum finden. Dies vor
dem Hintergrund, dass mediale Authentizität insbesondere seit dem
Irak-Krieg 2003 immer stärker hinterfragt wird, wenn nicht gar implodiert
ist. Künstlerisch hat das sowohl die Suche nach neuen, authentischen
medialen Formen als auch nach metareflexiven Praktiken zur Folge. Die
hierbei entwickelten medialen Strategien gilt es auszuloten.
Schnittstelle Kunst – Wissenschaft: fluctuating images. contemporary
media art möchte sich als Ort der Kunstpräsentation und der
Kunstreflexion profilieren. Die ästhetische Reflexion über Medialität
soll durch wissenschaftliche Reflexion in Kooperation mit wissenschaftlichen
Institutionen ergänzt werden, um solcherart eine Schnittstelle von
Kunst und Wissenschaft zu begünstigen. Eine Schnittstelle, die speziell
in Deutschland institutionell bislang weniger gesucht und gefördert
wird, obwohl Schnittstellen-Konzeptionen wie etwa Artist-Research-Programme
international etabliert sind.
Ein wichtiges Anliegen von fluctuating images. contemporary media art
ist auch die Verschränkung von Internationalisierung und Regionalisierung
des Ausstellungsprogramms, etwa durch Duo- oder Gruppenausstellungen,
welche lokale und internationale Potentiale Verknüpfen, um solcherart
die Anbindung der regionalen Kunstszene zu gewährleisten und dieser
Kunstszene zugleich eine Anbindung an die internationale Kunstszene vor
Ort zu ermöglichen.
Durch kunstvermittelnde Aktivitäten wie Präsentationen, Künstlergespräche
und Führungen soll eine breitere Öffentlichkeit erreicht werden
(potentieller Kooperationspartner: Museumspädagogischer Dienst der
Landeshauptstadt Stuttgart). Als ein Forum für die Reflexion an der
Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft möchte fluctuating
images. contemporary media art nicht nur das Fachpublikum, sondern auch
die interessierte Öffentlichkeit in aktuelle Diskussionen einbeziehen,
etwa durch Vorträge oder Workshops.
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