Programm 2008

17. - 27. Januar 2008  - 21. Stuttgarter Filmwinter
Festival for Expanded Media

Ausstellung

Eröffnung 17. Januar 19.00 - 22.00 Uhr
Festivalzeit 18. - 20. Januar täglich 11.00 - 20.00 Uhr
Im Anschluss 24. - 27. Januar täglich 15.00 - 20.00 Uhr

Myriam Bessette und Robin Dupuis, Conciliabule, 2006

Susanne Bürner, 50.000.000 can't be wrong, 2006

Oliver Held, Kino, 2005

Der Stuttgarter Filmwinter ist eines der bedeutendsten Festivals für Film und Medienkunst in Europa. 1987 als reines Filmfestival gegründet - sind seit Mitte der 90er Jahre die Neuen Medien fester Bestandteil des Festivals. Ein Preis für Medien im Raum, der ab 2001 verliehen wird, unterstreicht die künstlerische Bandbreite zwischen klassischem Experimentalfilm und Videokunst, Net Art und Offline-Projekten, Club Event und Medieninstallation.

In der Wettbewerbskategorie Medien im Raum bewerben sich internationale Künstler um einen Preis in Höhe von 2500 €. Das Spektrum reicht von der klassischen Videoinstallation über interaktive Environments bis zu medialen Skulpturen. Die zehntägige Ausstellung findet in Kooperation mit den Ausstellungshäusern Kunstbezirk – Galerie im Gustav-Siegle-Haus, fluctuating images e.V. und gez. – Raum für Urheber statt.
Die Gewinner werden von den KünstlerInnen Birgit Brenner (D), Markus Huemer, (D), Szabolcs KissPál, (HU) ausgewählt. Gezeigt werden bei fluctuating images:

50.000.000 can´t be wrong
Deutschland 2006
Regie/Drehbuch/Schnitt: Susanne Bürner, Animation: Julia Pfeiffer, Aleksander Cigale, Musik: Steven Trafford
Die Arbeit zeigt Gruppen von Menschen, die durch ihre Mimik und Gestik Sehnsucht und Verzweiflung ausdrücken. Das Objekt ihrer Begierde, ihr Idol, fehlt jedoch. Es befindet sich außerhalb des Bildes, dem Betrachter vorenthalten. Alle auf ihn verweisenden Spuren sind aus dem Bildmaterial entfernt. Was bleibt, ist seine Reflexion in ihren Gesichtern, die sein negatives Abbild darstellen und - eine große Leere. Der Titel der Arbeit ist eine Referenz an den abwesenden Protagonisten. Elvis Presley hatte 1959 eine Compilation seiner Musik unter dem Titel, „50.000.000 Elvis Fans Can`t Be Wrong“ veröffentlicht. Er war damit einer der ersten Rockmusiker, der sein Publikum aktiv als Rechtfertigung seiner künstlerischen Existenz benutzt hat. Das Abhängigkeitsverhältnis Fan - Idol erfährt dadurch eine Dopplung.

Concilabule
Kanada, 2006
Regie: Myriam Bessette, Robin Dupuis
Über Jahre hinweg waren die heutigen Künstler, früher Videokünstler genannt, beim Zugriff auf neue Technologie und Entwicklungen von Bild- und Tonproduktionswerkzeugen dabei, einen eingehenden, direkteren und nachhaltigen täglichen Kontakt mit dem Produktionsprozess aufzubauen. Aus dieser Generation von Künstlern stammend, erschaffen Myriam Bessette und Robin Dupuis bewegte Bilder und Sounds, in denen die Hilfsmittel nicht mehr die Botschaft definieren, in denen sich Genres vermehren und vermischen, und in denen sich filmische Struktur, Samplings von Stimmen und TV-Aesthetik zu einer Mischform verschmelzen. In ihrem zum Labor gewordenen Atelier erkunden Bessette und Dupuis ein stimulierendes, visuelles und elektro-akustisches Universum.

Kino
Deutschland 2005
Regie/Drehbuch/Animation: Oliver Held, Kamera: Dimitrios Nicolaos Papoutsis
Aus einer fünfstündigen Videoaufnahme, die den Verkehr vor einem Kino zeigt, habe ich eine exemplarische Sequenz von drei Minuten ausgewählt. Deren Einzelbilder wurden, mit einer speziell für diesen Zweck entwickelte Software, analysiert und mit dem Restmaterial verglichen. das Programm suchte nach übereinstimmenden Formen vor dem unbewegten Hintergrund. Alle Frames der Sequenz wurden durch das jeweils ähnlichste Bild des Restmateriales ersetzt. Das Ergebnis ist eine dreiminütige Straßenszene, die wie ein Stummfilm pulsiert. Die Illusion einer durchgehenden Handlung tritt ein, obwohl der Betrachter erkennen kann, dass diese aus verschiedenen Zeiten zusammengesetzt ist.

Weitere Informationen: www.filmwinter.de

 

21. - 23. März Ausstellung mit Filmen von Studierenden der Freien Kunsthochschule Nürtingen
Leitung: Ulrich Wegenast
Eröffnung: Freitag, 21. März 2008, 20.00 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag & Sonntag 16.00 - 18.00 Uhr

 

30. März Rotlichtkonzert #15: „Patashnik“, mit Marcus Wendt und Vera Glahn

Patashnik (A und B)
In ihrer Performance „Patashnik“ kombinieren Marcus Wendt und Vera Glahn eine akustische Collage aus Feldaufnahmen und Rhythmen mit live erstellten Bildern, Strichen und Linien der selbst entwickelten Zeichensoftware NervousInk. Der zwei Teile des Konzerts, Seite A und Seite B, erzählt in abstrakten Bildern von einer ungewissen Reise in die Weiten des Alls.
Eigens für dieses Stück wurde die Animations-Software NervousInk neu entwickelt, die aus einfachen zeichnerischen Gesten komplexe Animationen zaubert. Sie wird intuitiv bedient wie ein visuelles Instrument und lebt von der besonderen Nähe zwischen Hören, Zeichnen und Sehen.
NervousInk ist ein OpenSource Projekt von Marcus Wendt, entwickelt in OpenGL/C++, und ist unter
www.infostuka.org/projects/nervousink2 zur Verwendung und Weiterentwicklung verfügbar.

Ferner stellen die beiden ihr Projekt "SENDUNG.net Platform for Live Visuals and Experimental Video" vor, auf der seit Sommer 2006 Künstler, Musiker und VJs aus aller Welt ihre Arbeiten im Kontext von audiovisueller Performance und experimenteller Musik präsentieren.

Die Rotlichtkonzerte werden veranstaltet von Matthias Siegert (www.vonm.de).


05. April Lange Nacht der Museen: DJ Only und Flaschendrehen im Keller

DJ Only aka Mark Lorenz Kysela - während andere Institutionen sich DJs als Garnitur der Kunst holen, setzt fluctuating images bei der Langen Nacht der Museen radikal auf den DJ als Kunst - und zwar auf einen, der das spielt, was die Besucher sonst nie zu hören bekommen: von seltsam bis absonderlich.
Im Galeriekeller hingegen dreht sich alles um die Flasche – mit Social Performig Arts: Flaschendrehen für jedermann ist ein angesagter Freizeitspass!


11.-13. April Go Lee Kwang (Malaysien), Konzert und Ausstellung

In Kooperation mit der Akademie Schloss Solitude

Audio-Performance und Ausstellung mit Europapremiere der neuesten Videoarbeiten.

Von visueller und auditiver Kunst und deren Kreuzung her kommend, stellt Goh Lee Kwang seine jüngsten Arbeiten im Bereich Videoprojektion und Sound vor. Er arbeitet gleichermaßen analog und digital. Sein Interesse gilt verschieden gearteten Weisen der Wahrnehmung, wobei Erfahrungen des alltäglichen Lebens ästhetisiert werden.

„Goh Lee Kwang befindet sich in der Tradition der Musique Concrète, Ende der Vierziger in Frankreich von Pierre Schaeffer gegründet. „Es wurde mir vorgeworfen“, so Pierre Schaeffer, „das Geräusch in die Musik eingeführt zu haben. Eher auf das Gegenteil bin ich stolz (...) Komponisten und Zuhörer habe ich aufgefordert, ihr Gehör von der Konvention des Zuhörens zu befreien, indem sie den primären Gegensatz zwischen Klang und Geräusch in Frage stellen; dadurch konnten sie das musikalische Potenzial entdecken, das in gewöhnlich als Geräusche wahrgenommenen Tönen oder auch die impliziten Geräusche in so genannten reinen Tönen steckt“. (...) Goh Lee Kwang gehört zu jenen Klangkünstlern, die die von der Musique Concrète verursachte Trennung zwischen Sehen und Hören aufheben. (...) Hier ist der Klang ein Element des Visuellen, wird das Visuelle zu einem Element des Klangs. (Jean-Baptiste Joly).

www.geocities.com/gohleekwang

www.akademie-solitude.de


04. Mai Workshop Frédéric Elalouf a.k.a VDJ Oof / Cinemix in Kooperation mit dem 15. Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart, 11.00-16.00 Uhr

Erneut soll im Jahr 2008 ein VJ-Workshop in der Medienkunstgalerie fluctuating images (Stuttgart) durchgeführt werden. VJ-Workshops fanden bereits 2004 unter dem Titel „Video_Recycling. Sample-Mix-Remix“, 2005 unter dem Titel „Video_Circling – Die Kamera als Bildquelle“ und 2006 unter dem Titel „Video Performing“ in der Galerie statt (vgl. www.fluctuating-images.de unter Archiv 2004-2006).
Der diesjährige VJ-Workshop findet in Kooperation mit dem 15. Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart statt und widmet sich der Kombination von Vjing und Djing in einer Person.

www.itfs.de und www.myspace.com/cinemix

Hinweis: beim 15. Internationalen Trickfilmfestival Stuttgart wird „Vidos“ gezeigt werden. Dabei handelt es sich um eineVideo- & Printpublikation mit ca. 30 Videos zu Michael Fakeschs aktuellem Album „Dos“. Mit Videos von: zeitguised (UK), Quayola (UK), Paolo Lima/MusaWorkLab (Portugal), Brian Bixby/Keep Adding (USA), Scott Pagano/Neither Field (USA), Mateuniverse/Psyop (USA), Marcelo Baldin (Brasil), Giraffentoast (Germany), Markus Wambsganss/Kaliber16 (Germany), Antonin de Bemels (Belgium), Sam Vanoverschelde/Visual Kitchen (Belgium) und weitere. „Vidos“ ist kuratiert von Cornelia und Holger Lund.


16.-18. Mai SNK & PLATZGUMER: GONZOS WIRED, LIVE - Ausstellung. Audiovisuelle Live-Performance mit André Bachofner & Christian Flaccus (schoeneneuekinder, München) und Hans Platzgumer (Convertible, Stonji, Queen of Japan), in Kooperation mit gez.-Raum für Urheber

Eröffnung: Samstag, 16. Mai, 20.00 Uhr - Audiovisuelle Live-Performance
Öffnungszeiten: Samstag 16.00-18.00 Uhr, Sonntag 16.00h-18.00 Uhr

Ausstellung und Live-Performance befindet sich an der Schnittstelle von Kunst und Design. Der experimentelle Umgang mit Neuen Medien steht dabei im Vordergrund. Kaum ein Feld derselben ist so neuartig und wird derzeit so innovativ bearbeitet, wie generative Software, mithin Software, die nach einem bestimmten Regelwerk etwa Grafiken oder Musik erzeugt.

Basis der Ausstellung ist eine Installation, die einen grafischen character (Gonzo) mit generativer Software und Zufallsalgorhythmen einer Grafik-Splatter-Behandlung unterzieht. Neben der Gestaltung des character ist dabei das Programmieren des Regelwerkes der Software entscheidender Teil der künstlerischen Arbeit. Kerngedanke von „gonzos coded remixed“ ist, dass zwar Methoden und Programmier-Script-Konzepte der „Generative Art“ genutzt werden, dabei jedoch, entgegen der vorherrschenden pixel-puristischen Ausprägungen des Genres, auch Wert auf eine zugängliche Ästhetik gelegt werden sollte.

Ausgestellt werden Vergrößerungen von Screenshots auf Leinwänden sowie ein Terminal zur interaktiven Nutzung der Software.
Bei der Eröffnung wird das Software-Programm live gespielt. Für die Musik konnte die audio-lüsterne Soundlegende Hans Platzgumer als Klangmagier gewonnen werden. Geplant ist eine performative Vernetzung von Mensch und Maschine. Drei Menschen arbeiten jeweils mit ihren drei Rechnern im Kreis, audiovisuell sich Signale sendend, Feedbacks nutzend, mit Softwares und Connections wie Flash, Processing, Midi und Ableton Live...

Weitere Informationen: www.schoeneneuekinder.de und www.platzgumer.net

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“. Diese Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Visual Music“ (2007-2008) von fluctuating images und wird gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg.
Die Veranstaltung ist die vierte Veranstaltung innerhalb der Veranstaltungsreihe zu verschiedenen künstlerischen und institutionellen Aspekten des Themas Visual Music. Dabei werden WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und KuratorInnen eingeladen, die aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlicher Weise mit Visual Music umgehen.

Mit freundlicher Unterstützung der Hypo-Kulturstiftung München

 


25. Mai Plattform für freie Musik

Die Reihe, veranstaltet und kuratiert von Oliver Prechtl und Anja Füsti bietet improvisierenden Musikern die Möglichkeit, vor einem interessierten Publikum aufzutreten. Musikalisch verortet wird sie zwischen Jazz, Elektronik und Neuer Musik: Laptop trifft auf Tischtennisball, Kaosspad auf Melodika, Plattenspieler auf Vibraphon.
Information: der011n@prechtlsound.de


31.Mai - 15. Juni Hijacked Video Zine exhibition (Kurator: Mark McPherson, Australien)

Eröffnung: Samstag, 31. Mai, 20.00 Uhr mit Vortrag des Kurators
Öffnungszeiten: Donnerstag 18.00h-20.00 Uhr, Samstag 16.00-18.00 Uhr, Sonntag 16.00h-18.00 Uhr

Mit Videos von Nicolas Ledoux, Sascha Pohflepp, D-Fuse, mateuniverse, Pleix und anderen

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Visual Music: live & discussed“. Diese Veranstaltungsreihe ist Teil des Projekts „Visual Music“ (2007-2008) von fluctuating images und wird gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg.
Die Veranstaltung ist die fünfte Veranstaltung innerhalb der Veranstaltungsreihe zu verschiedenen künstlerischen und institutionellen Aspekten des Themas Visual Music. Dabei werden WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und KuratorInnen eingeladen, die aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlicher Weise mit Visual Music umgehen.

McPhersons Hijacked Video Zine wurde bereits gezeigt beim Young Writers Festival, Newcastle (2005), beim Next Wave Festival, Melbourne (2006) und beim Foto Freo, Fremantle (2006). McPherson hat zudem eine Reihe von Ausstellungen in Australien kuratiert, darunter Mono:Culture, Breadbox Gallery, Perth (2002) und Isolated, Hudson Gallery, Perth (2004). Das Hijacked Video Zine wird für die Ausstellung bei fluctuating images neu zusammengestellt und durch aktuelle Videoarbeiten ergänzt.